Druckschrift 
Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39Jacobe.Ich habe überwunden! — und ich werdeDas Herz gehorchen lehren meiner Pflicht.Mich schmerzt es nur, daß meinem guten WillenDer Hindernisse gar so viel begegnenIch wußt' es nicht, wie schwer das Herrschen sei.Der Graf von Dhaun, ein edler, tapf'rer Mann,Hat mir ein Bild des Landes, der Regierung,Der kirchlichen Verhältnisse, gezeigtDas Tag und Nacht mir nun vor Augen stehtUnd es empört mir den aufricht'gen Sinn;Daß man des Glanzes Purpurmantel deckteAuf all' die Armuth eines ganzen Volks,Um einer jungen Braut ein Fest zu geben!Arglos trug ich in meiner Hochzeitkrone,Wie einen heit'ren Schmuck versteinte Thränen!Mathilde von Mexelrain.Wenn ihr dem Volk die gute Meinung zeigt,Wird es mit Freudigkeit das Letzte gebenUnd seiner Fürstin Mutterherz vertrau'n.Jacobe.Wie wär' es möglich, Liebe zu erwecken,Wo die Partheien, unter sich entzweit,Nur einig sind im Argwohn gegen mich?Den Alten bin ich viel zu jung und froh;Den Protestanten eine Convertite.Doch, Muth! Mathilde — und besonders sollDie Schwägerin, die wie der böse GeistDes ganzen Fürstenhauses mir erscheintMich nicht in meiner sichern Weise stören!“