38Mathilde von Merelrain.Verzeiht mir, Durchlaucht! meine Schuld — daß ichVon dieser Heimathstelle abgewandt,Nach einem fernen, fremden Gut gestrebtIch würde fühnen sie, mit Gottes Hülfe,Dadurch, daß ich dies Gut zum Leitstern machteAuf meinem fürstlich hohen Lebensweg.Wer Vielen viel sein will, darf wenig fordernFür sich und seines Herzens stille Welt.Jacobe.Ich danke dir — die Freundin darf mich tadelnUnd leider stimmt das eigne Herz ihr bei!O, guter Philipp! für ein LuftgebildVon eitler Größe, gab ich deine LiebeNicht wehrt ich mich für meines Herzens GlückAls Politik auf einen Thron mich rief!Graf Manderscheid, so hieß der AbgesandteDer mich zuerst als Jülich's Fürstin grüßteUnd wie ein Schrecken traf der Name mich.Und als der sanfte Herzog, zitternd, nunIn linkischer Verlegenheit mir nahteWie herrlich stand der edle Mann vor mir,Der einst mein Bräut'gam hieß — vor dessen WürdeIn Liebe stolz, das junge Haupt ich beugte!Mathilde von Merelrain.O, liebe Hoheit! — unterdrückt die Worte,Die Zeugen dieses mächtigen Gefühls!Mir habt ihr euer Innerstes gebeichtetUnd nur wenn ihr bekämpft und überwindetGiebt euch die Freundin Absolution.
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