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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
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35Prinzessin Sybilla.Vielleicht kniet sie im Kämmerlein vor GottUnd betet in der Stille für dein Wohl.Herzog Johann Wilhelm.Ach — mir ist bang um ihrer Seele HeilSie liest Terenz, Horaz und den VirgilIch sah sie lächeln über mein BrevierUnd fand auf ihrem Schreibtisch — ach, entsetzlich!Ullrich von Huttens scandaleuse Schriften!Prinzessin Sybilla.Ha! — (unterdrückt den Schrei.)sicher hast du dich geirrt im TitelEs war vielleicht Erasmuß' Gegenschrift?Und sollt' es auch der Ullrich Hutten seinSie liest ihn nur zu ihres Glaubens StärkungHerzog Johann Wilhelm.Wie froh wär' ich, wenn deine Meinung recht!Dein freudiges Vertrau'n stärkt mir das Herz.Beruhigt geh' ich nun aus dem Gemach,Wo mich dein Schwesterwort getröstet hatPrinzessin Sybilla.Gott sei mit dir! und meine SchwesterliebeWacht früh und spät in dem Gebet für dich.(Die Prinzessin geleitet den Herzog zur Thüre.)(Der Herzog ab.)Prinzessin Sybilla. (Tritt hastig zurück und spricht mit wilder Geberde.)Gott sei gelobt! — ich habe mich bezwungen