71Wo ist der Baum, deß unermeßne KroneWeit über's Vaterhaus die schlanken Aeste bog,Der kleine Korb, wo meinem Fleiß zum LohneDas treue Mutterherz ein Täubchen mir erzog?Wo ist der Teich, aus dessen dunkeln TiefenDas fröhliche Konzert des Frösche=Chors erklang,Wenn die Natur im Lenze, die da schliefen,Mit ihrem warmen Strahl zu neuer Lust durchdrang?Fort ist der Wald, die Wiesen sind verschwunden,Längst ist der Baum vertilgt, die gute Mutter todt,Und jener Teich, der in den FeierstundenUns oft so hoch beglückt, ist Schlamm jetzt nur und Koth!Ach! alles schwand; es riß vom MutterherzenDie kalte Wirklichkeit in's Leben mich hinaus!Von dieser Zeit begann das Reich der Schmerzen,Von diesem Zeitpunkt an war auch das Leben aus!Zwar viele noch, noch vieele sel'ge FreudenHat mir der Lebenstraum nach diesem zugewandt,Doch Kummer auch und mannichfache Leiden,Die nie dem Namen nach des Knaben Brust gekannt!
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten