58Der Freund.Soll ich meinem Freund vertrauen,Muß er klar und offen sein,Klar muß Freundes=Auge schauen,Klarheit fordert man vom Wein.Aber wenn aus jenem FensterStatt Aufrichtigkeit und TreuImmer nur: Ja! Ja! Ei! Ei!Kriechend mir entgegen lacht,Dann, o Freundschaft! gute Nacht.Wie das lautre Gold im Tiegel,Wie das keuſche Sonnenlicht,Sei, ein ewig reiner Spiegel,Meines Freundes Angesicht!Alles muß ich darin sehen,Was mein Inn'res denkt und thut,Ob es schlecht ist oder gut;Unumwunden, wer ich bin,Sagt mir biedrer Freundessinn.
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