28 Anhang. Physiognomische Bemerkungen.
Bei den irren Verbrecherinnen rindet man diesen Typusin zwei von drei Fällen; bei Gelegenheits- oder gewohnheits-mässigen Verbrecherinnen in zwei von sieben Fällen.
Bei den geborenen Verbrecherinnen findet man unterdreizehn Mörderinnen den vollständigen Typus dreimal, denhalben Typus zweimal; bei den beiden Giftmischerinnen sehenwir nur stark entwickelte Kiefer und überreichen Haarwuchs.
Von den fünf ehebrecherischen, in Bigamie lebendenDiebinnen zeigen nur zwei den vollständigen Typus (No. 37und 43), drei halben Typus (No. 40, 42, 44).
Bei den sechzehn Uebrigen, ebenfalls Diebinnen, ist auchder Typus nicht zu verkennen.
Im ganzen genommen finden wir bei 83 geborenen Ver-brecherinnen den kriminellen Typus in 28% der Fälle; zudiesen Letzteren gehören rückfällige Diebinnen mit perversenGewohnheiten (No. 3, 5, 9, 14, 16), Prostituirte und Diebinnen(No. 24), verworfene Weiber, die sich nicht damit begnügen,ihren Mann, der sie liebt, zu verlassen, sondern die ihm nochin Gemeinschaft mit ihrem Geliebten eine beträchtliche Geld-summe entwenden (No. 37), grausame und ausschweifende In-dividuen (No. 52) und Maitressen von Räubern, die sich anden Verbrechen ihrer Geliebten betheiligen (No. 55 und 56).
Bei Einigen findet man den eigentlichen Verbrechertypusnicht, wenn auch einzelne isolirte kriminelle Merkmale auf-treten.
Unter diesen stehen an erster Stelle die Betrügerinnenund Ladendiebinnen, die gerade in ihrem aufrichtigen, ruhigenGesichtsausdruck ein Mittel besitzen, das Vertrauen Andererzu gewinnen. So No. 10, eine Deutsche, No. 35, Amerikanerin,die sich mit Hülfe falscher Papiere als Dienstmädchen inreiche Familien einschleicht, um dieselben zu bestehlen; soNo. 1, 12, 18 und 22 auf Tafel XXXVIII, No. 39 und 40auf Tafel XXXII und No. 25, 20, 22, alles Ladendiebinnen;so No. 31 und 33, Fälscherinnen.
Aber auch echte, wirkliche Diebinnen finden wir in dieserKategorie: No. 13, eine Prostituirte und äusserst scblaueDiebin, die am Tage nach dem Verbrechen einen falschen