VORREDE ZUR ZWEITEN AUSGARE XXXIII
erinnert, mit den Stau fem kam das reine mittelhochdeutsch empor;sein verfall beginnt auch mit ihrem Untergang, in Österreich, wo diehofsprache während der blütezeit selbst in der volksmäßigen epik deneinfluss der niedern mundart zurückgedrängt halte, bricht dieser gleichnach dem fall der Bdbenberger hervor und mit dem ende des Xlll jh.gewinnen dort und in Baiern schon jene Veränderungen des vocalismus,die zuerst im XII jh. sichtbar werden, die Oberhand, nur die gleich-mäßigere durchführung des umlauts und das tonlose e statt des i solltender spräche vom mittelhochdeutschen her zuletzt noch zu gute kommen,indem sie zugleich mit den neuen baierisch-österreichischen diphthongenin das 'gemeine teulsch' des XV jh. über gierigen.
Um nicht etwa hören zu müssen, dass uns die Zeiten vom HUI jh.abwärts wenig kümmern, will ich mir erlauben hier eine bemerkung ein-zuschalten, auf die, so nahe sie liegt, diejenigen, die heutzutage nicht müdewerden, gewisse allgemeinheiten über die entstehung des neuhochdeutschenzu wiederholen, wie es scheint, noch nicht gekommen sind, in den Urkun-den der Lutzenburger, Johanns von Böhmen, Karls des vierten undWenzels, weniger in denen Sigemunds, wohl aber in der in Wien aufbe-wahrten deutschen bibel Wenzels, soviel aus den milteilungen des Lambe-cius und Denis zu ersehen ist, herscht eine spräche, die eine mitte hältzwischen den beiden mundarten, die sich schon im XIII jh. in Böhmen be-gegneten, als dort gleichzeitig der Meifsner Heinrich von Freiberg und derBaier Ulrich von Eschenbach dichteten, sie hat von der baierisch-öster-reichischen gerade den bestand der diphthonge, der ins neuhochdeutsche xxixübergegangen ist, dh. ei für i, eu für iu, au für ü und ou, aber keiniie, auch behält sie das alte ei bei und gestallet dem ai Seiteneingang;ans dem mitteldeutschen aber hat sie u für uo, das constante e für ae,i für ie und umgekehrt häufig ie für kurz i. selbst in den Urkunden,in denen wie in manchen märkischen in Riedels cod. diplom. Brandenb.2, 3 der mitteldeutsche sprachtypus sonst vorherseht oder hochdeutsch undniederdeutsch sich mischen, kommen ei für i, eu für ü (in) zum Vor-schein, durch den einfluss der böhmischen hof- und Kanzleisprache, inderen bereich auch die hs. und das gedieht selbst von der kreuzfahrt deslandgrafen Ludwig fällt, verbreiten sich dann die ei, eu und au schonim XlV und beginnenden XV jh. nach Schlesien (Stenzel und Tschoppeurkundenb. nr. 189. 192 a. 1384—87; cod. diplom. Siles. 1 nr. 54.56. 59. 67. 68 usw. a. 1390 ff. 2 nr. 28. 46 a. 1305. 1391), nach derOberlausitz in den bis znmj. 1375 reichenden, dann von 1417 an vonandern händen fortgesetzten Jahrbüchern des zittauischen StadtschreibersJohannes von Guben, herausgegeben von EFIJaupt, Görlitz 1837, imersten bände der SS. rer. Lusatic, endlich nach dem Vogtlande, wenndie bei Märcker das burggraftum Meifsen, Leipzig 1842, abgedrucktenplauischen Urkunden nr. 140. 141. 144. 145 a. 1428^. den originalenaufzeichnungen entnommen sind, die neuen diphthonge sind hier freilichnoch keineswegs zu einer ausschliefslichen herschaft gelangt, sie erscheinenbei Johannes von Guben nur als ausnahmen, dringen aber selbst in Meifsenvor, bei Märcker nr. 126. 127 a. 1410 sey, gedreite, weisheil, vor-
DENKMÄLEIi I, C