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1 (1892) Texte
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XXXII
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XXXII VORREDE ZUR ZWEITEN AUSGABE

aber stand der consonantismus ganz auf der stufe des ostfränkischen,nachdem hier das lli (s. xxi) aufgegeben war. im vocalismus erhielt sichdas mittelhochdeutsche nicht minder frei von den archaimen und laut-lichen entartungen der alemannischen volksmundart, als von den mittel-deutschen Verengungen der diphthonge und den auflösungen der langen vo-cale i und ü in ei und au, die neben einer veränderten ausspräche derdiphthonge ei als ai, iu als eu, ou als au schon im XII Jh., wenn nicht früher(vgl. zu LXXXV1 li, 2, 5), nach den in hss., wie der von Karajan undDiemer herausgegebenen Milstäter und der Vorauer, vorkommenden spurenzuerst in Steter und Österreich, bald auch in Baiem sehr verbreitet waren.der mittelhochdeutsche vocalismus ist wesentlich derselbe, den wir im XI jh.im Südosten sowie bei Kot leer, aber auch in Ost franken finden, nurmodificierl durch die vollständigere durchführung des um laut s und diegleichmäßige abschleifung der vollen vocale in den tonlosen silben zue, nicht zu i, das allerdings in manchen oberdeutschen hss. erscheint, dochnur im mitteldeutschen von anfang an (s. Anno und XXXIV XXXVII)bis ()is XV jh. ein übergewicht behauptete, an der enlioicklung der sprächein Süddeutschland zu grosserer einheit, an der ausbildung und haltungder süddeutschen hofsprache muss das edle hochfränkisch den vornehmstenanleil gehabt haben, ja geradezu dafür einmal bestimmend und maß-gebend gewesen sein, so dass es naturgemäß selbst zuletzt fast in dieeinheit aufgieng. dass dann für die blütezeit des zwölften und drei-xxviii zehnten Jahrhunderts die spräche des kaiserlichen hofes und seiner näherenUmgebung maßgebend und bestimmend war, versieht sich von selbst undkann für keinen einigermaßen einsichtigen und verständigen kenner der. lilteratur in frage kommen, eine deutsche y.oiri} hat das mittelhochdeutschefreilich ebensowenig begründet als die Slaufer eine feste reichsgewalt.nicht nur behielt die hofsprache im mittleren und nördlichen Deutschlandim wesentlichen unverändert ihren besonderen mundartlichen ti/pus, auchnoch im Süden artete sie je nach den landschaften verschieden und diemundart verrät bald mehr, bald weniger die heimat der dichter, aberes gab ein ideal sprachlicher vollkommenheil und reinheil, dem jedernachtrachtete und dem die Alemannen von allen am nächsten kamen,von den ersten liederdichtem, die sich an den Pfälzer Friedrich vonHausen, den freund und genossen kaiser Friedrichs 1, in der von ihmzuerst festgestellten weise des höfischen minnegesangs anschlössen, undvon Hartmann von Aue, der 'den feinen leichten gewanten ton' in diehöfische erzählung brachte, an bis auf Konrad von Würzburg, wirfinden bei ihnen die reinste und feinste ausbildung des mittelhochdeutschenund sehen sie als musler und maßgebende meister der kunst in Öster-reich wie im mittleren Deutschland, bis hinein nach Niedersachsen an-erkannt und nachgeahmt, für Österreich sei nur an das VerhältnisWallhers zu Iieinmar, Konrads von Fußesbrunnen und selbst des volks-epos (nach Lachmann über drei bruchslücke niederrhein. ged. s. 160/'.)zu Hartmann, für das nördlichere Deutschland an die schönen fragmentedes Segremors und Berlold von Holle, sowie an die enlschuldigungenund rechtfertigungen Albrechts von Halberstadt und Ebernands von Erfurt