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1 (1892) Texte
Entstehung
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XXXI
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VORREDE ZUR ZWEITEN AUSGABE XXXI

paraphrase des hohen liedes, obwohl erst in Ebersberg um 1065 ver-fasst, muss mit der Würzburger beichte (LXXVI) und den Bambergerstücken (XXX. XXXI. XC1) zu den ostfränkischen denkmälern gezähltwerden, zu der Leidener hs. der paraphrase, die im letzten drittel desXI jh. geschrieben die alte consonantOrdnung der nördlichen an dasniederdeutsche grenzenden dialekte, namentlich in der dentalreihe (s. xxvgl. s. xxv), noch mit grofser treue bewahrt und im, vocalismus aufseri für ie und einigen ie für 6 keine auffallende Veränderungen zeigt,sind neuerdings für das gebiet vom mittlem Rhein oder der Mosel biszur Elbe die Virgilglossen und die Darmstädter hs. des summariumsHeinrici hinzugekommen und mit XXXIII XXXVIII dieser samlung unddem Annolied beginnt hier eine litteratur, die sich in ansehnlicher fülledurch das ganze zwölfte und dreizehnte Jahrhundert bis zum ausgangedes miltelalters hinzieht, dass aber in ihr nur die hofsprache der letztenfränkischen kaiserzeit in verschiedenen abstufungen und mundartlichengestallungen sich fortsetzt, ist klar, in diesen denkmälern, die außerdem etwas jüngeren Marienieich (XXXVIII) gewis noch in das ende desXI und den anfang des XII jh., also in die Zeiten Heinrichs des viertenund fünften fallen, trete?) zuerst mehrere lautliche Veränderungen, vorallem die Verengung der diphthonge ie zu i i, iu zu ü (ui s. 414; vgl,auch bei Williram bedrüzet fluicli fruint fuihtan gebuitest usw.), uozu ü und der umlaut des langen & in 6 (zu XXXUI, G b , 134), und imZusammenhang mit ihnen und der fortschreitenden abschwächung der xxvnendungen auch manche eigeuheiten der Orthographie und lautbezeichnungzuerst starker hervor, die nachmals für das sogenannte mitteldeutschund niederrheinische characteristisch bleiben, die litteratur war ohnezwei fei schon zu anfang des XII jh. reicher als wir jetzt übersehen, undbei ihrer Verbreitung nach dem oberen Deutschland dürfen gewisse er-scheinungen in der Orthographie süddeutscher hss., zb. in der Vorauer(s. 414), auf ihren einßuss zurückgeführt werden, das neufränkischeoder mitteldeutsche behauptete auch noch unter Lothar von Sachsen seinenvorrang im reich: dafür können die hss. des Rulandsliedes, auch wohldie kaiserchronik zeugen, und es ist dem mittelhochdeutschen in der ab-schleif ung der endungen, überhaupt in der entäufserung des altertüm-lichen in formen und Worten vorangegangen und durch das medium deshoch- oder ostfränkischen auf seine entwickelung gewis von großem ein-fluss gewesen.

Die spräche hat sich in keinem teile Deutschlands isoliert und vomganzen abgetrennt entwickelt, am wenigsten in den kreisen des höheren,höfischen lebens. als das reich durch die Staufer nach Süddeutschlandkam, ward hier nicht erst die niedere volksmundart zur hofsprache er-hoben, das mittelhochdeutsche kehrte nicht zu dem alten oberdeutschenconsonantismus des V1II/1X/A. zurück, sondern gestaltete den inedien gund b im anlaut sogar noch freieren Spielraum als Nolker, obgleich esim anstaut überall, auch für d, die tenuis verlangte, nur das k undck entzog sich nicht ganz, wie im fränkischen, der aspiration, Lachmannzur klage 941, vgl. zu Nib. 1464, 4, s. 255, zu Iwein 4098; im übrigen