VORREDE ZUR ZWEITEN AUSGABE . XXIU
glossen aus dem XI Jh., die er zs. 15, 17—49 herausgegeben hat, indenen noch einige sehr entschiedene spuren des niederdeutschen vorkommen,und ebenso die etwas jüngere Darmstädter hs. des summarium Heinrici,Germ. 9 (1864), 13 — 29. fassen wir nun diese mundarlen mit dem tfür z als nord- oder nieder fränkisch zusammen und bezeichnen die ansalemannische streifende, wo es erforderlich ist, als südfränkisch, so bleibtdem eigentlich rheinfränkischen ein mittleres gebiet, dessen mitlelpunktungefähr Mainz ist. schon im Wormsfeld über dem Speiergau musswie diesseit im obern Rheingan nach den spuren in den Urkunden vonLorsch, die leider nur in einem chartular aus dem XII jh. vorliegen, einanderer, von dem otfridischen verschiedener dialekt begonnen haben.
In diesen innern kreis um Mainz fällt nun unzweifelhaft das drittegrößere und zugleich älteste denkmal des fränkischen dialekts, die treff-liche Übersetzung des isidorischen tractats de nativitate domini oder desersten buches de ßde catholica contra Judaeos. wir haben es mit der xixdazu gehörenden lilteratur, der Übersetzung des evangelium Matthaei undder homilien, in unmittelbare Verbindung gebracht mit der hofschule Karlsdes grofsen oder doch den wissenschaftlichen bestrebungen, deren mitlel-punkt sein ltof war, und, wie ich denke, mit recht, weil keine andreannähme übrig bleibt, es sind vielleicht arbeiten von verschiedenen, dochgleich geschickten händen, vereint zu dem ersten versuch, eine fränkischelilteratur zu begründen und spräche und Orthographie nach übereinstim-menden, festen grundsätzen, die eine gewisse freiheit gleichwohl nicht aus-schlössen, zu behandeln, sie konnten sich, was die Orthographie betrifft,aufser dem alten kanzleigebrauch für die Schreibung deutscher namenund Wörter nur auf die alemannische lilteratur und daneben das angel-sächsische stützen, beides wird auch noch in ihrem versuch sichtbar.um die herkunft des Isidors näher zu bestimmen, werden wir ihn vonder seite der lautlehre im Verhältnis zu den übiigen fränkischen denk-mälern und den sonst noch vorhandenen spuren des dialekts befrachtenmüssen.
Was im vocalismus des Is. an das angelsächsische erinnert, aei'ler2\ 3, uues 10» 8 und etwa fyr 13 a , 21. 14% 14 für after, uuas, Qr,scheint nur zufällig dem Verfasser oder einem spätem abschreiber ent-schlüpft, wie ja auch ähnliches genug im Cottonianus des Ileland vor-kommt, was nicht einmal berechtigt, den Schreiber für einen Angelsachsenzu hallen, geschweige denn den verfasset: ae für c, e für ie (ia), ein-zelne ö für uo, au für ou, ea eo eu für ia io iu sind dann dem Is. mitallen alten quellen — zu denen auch die Frankfurter glossen gehören,wo aufser dem, toas früher schon über ihren vocalismus bemerkt wordenist, auch noch einmal eu für iu (93 leumunt) vorkommt —, zumal mitden alemannischen gemein und zum teil uralter schriftgebrauch, sieverschwinden, wie die fuldischen Urkunden lehrten, im fränkischen undebenso im oberdeutschen mit dem neunten Jahrhundert, aber neu undeigentümlich ist im Is. die consequente durchführung des uo, neben demwohl — gerade wie in der grofsen fuldischen Urkunde 137 c. 790 (s. xn) —