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auffordern, das Buch wegzunehmen. In Berlin konfiszierte man36 Exemplare, in Magdeburg 5, in Koblenz 1; was davon vor demVerbot fest bezogen war, mußte die Staatskasse dem Buchhändler be-zahlen ; das war Gesetz.
Der Verbreitung der „Reisebilder" tat ihr Verbot in Preußen kaumgroßen Abbruch, denn der Verkauf verpönter Ware „hinten herum"war damals im Buchhandel trefflich organisiert, vor allem war derVerleger Campe darin Meister (vgl. den Artikel: Dingelstedt). Aberdie Maßregel setzte doch den Verfasser in ziemliche Unruhe. Hattenihm Berliner Freunde, etwa der überall hinter den Kulissen spürendeVarnhagen, alsbald verraten, welch Unwetter sich am preußischenHimmel gegen ihn zusammenzog? Schon am 17. Januar 1831 schriebHeine an Willibald Alexis: „vielleicht singe ich bald: Timpe, Timpe,mach dich auf die Strümpfe!" Und als er von Varnhagen hörte, inBerlin heiße er allgemein der „Salondemagoge", antwortete er (1. April)sehr bedenklich : „Der Witz ist gewiß richtig, aber er kann mir mahlden Kopf kosten." Sollte er sich dem mutwillig aussetzen ? Die feuch-ten Kasematten einer preußischen Festung lockten ihn durchaus nicht,und zum politischen Märtyrer bei Wasser und Brot war er nicht ge-schaffen. Schon im Mai 1831 entzog er sich daher einer möglichenVerfolgung durch seine Übersiedelung nach Paris. Auch in der „freienStadt" Hamburg hatte er sich nicht mehr sicher gefühlt, selbst in Frank-reich glaubte er sich von preußischen Spionen umgeben (27. Juni anVarnhagen). Als zwei Jahre später Teil 3 und 4 der „Reisebilder" inneuer Auflage erschienen, wurde am 31. Dezember 1833 das Verbotdes 4. Teils auch auf den bisher unbehelligten 3. ausgedehnt; das Ober-zensurkollegium (22. Dezember; Unterschriften: Wilken, Neander,Tzschoppe) sah jetzt nachträglich auch in ihm (S. 65. 67. 75. 93. 180.229. 284. 307. 379) „das Heiligste verspottet, die Religion angegriffen,die Fürsten herabgesetzt, der Stand der Geistlichen entwürdigt undmit der Profanation der edelsten Gefühle schlüpfrige Scenen und denAnstand verletzende Ausfälle verbunden". In eben diesem Jahre hatteKönig Friedrich Wilhelm III. eine besondere preußische Ministerial-kommission zur tatkräftigen Förderung der neuerdings wieder aufge-nommenen „Demagogenverfolgungen" berufen; ihr spiritus rector, derfamose Geheimrat Tzschoppe, war auf das demagogische und burschen-schaftliche Gelichter eigens dressiert. Sie ließ 1834 Heinrich Laube,aus Sachsen ausweisen und dann verhaften — und wieviel bescheidenerWaren dessen literarische Sünden! Daß sie auch den „Salondemagogen",der mittlerweile noch weit mehr „Erschießliches" geschrieben hatteals nur die „Reisebilder", beim Kragen genommen hätte, wäre er nichtin Paris in Sicherheit gewesen, ist gar keine Frage. Der HamburgerSenat hätte es ihr zwar wohl nicht so leicht gemacht wie die sächsischeRegierung. Auf der Liste politisch verdächtiger Personen, die in Frank-