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HAUPTMANN
Hartmanns Leben und Werke". 2 Bände. Prag 1906/07), hinzufügt,und auch über das bis 1866 aufrechterhaltene Dauerverbot der Schrif-ten des Dichters in Österreich hat Wittner nichts Urkundliches undkeine Daten mitteilen können. Sie bedürfen daher hier keiner genauerenAufzählung; es genügt der Hinweis, daß kaum eine seiner zahlreichenunpolitischen Schriften der fünfziger und sechziger Jahre eine solcheAusnahmemaßregel im geringsten gerechtfertigt hätte. Anders standes natürlich mit seinen „Bruchstücken revolutionärer Erinnerungen",die er 1861 in Ludwig Walesrodes „Demokratischen Studien" ver-öffentlichte (vgl. meine Neuausgabe: Band 4 meiner Sammlung..Deutsche Revolution". Leipzig 1919), und der nicht minder glänzen-den Skizze „Die letzten Schicksale des deutschen Parlaments", die 1863die „Gartenlaube" brachte. Aber das waren keine selbständigenBücher. — Derweil erblühte dem Verbannten dennoch als Menschund Dichter ein glückreiches, sein ganzes Schaffen sonnig durch-leuchtendes Leben in der Schweiz, in England, Frankreich und auf denReisen im Orient. 1860 ließ er sich in Genf nieder, 1863 siedelte ernach Stuttgart über. Als ihn Deutschland schon überall wieder duldete,War ihm die österreichische Grenze noch immer streng verschlossen.1861 durfte sein Einakter „Buridans Esel" auf dem Wiener Hofburg-theater nur anonym aufgeführt werden. Im Mai 1864 hatte er dafürdie Genugtuung, daß sein Lustspiel „Gleich und Gleich" mit seinemNamen gegeben und der verbannte Dichter in Gegenwart des Kaisersstürmisch gerufen wurde. Das hinderte nicht, daß ein Gerücht vonseiner Anwesenheit in Prag, etwa um dieselbe Zeit, den ganzen Justiz-und Polizeiapparat in Bewegung setzte. — Erst Königgrätz zersprengtediese Fessel. Das Jahr 1866 brachte eine völlige allgemeine Amnestieder politischen Verbrecher, und 1868 kehrte Hartmann nach Öster-reich zurück, um vier Jahre später in Wien, aber doch in der Heimat,zu sterben.
HAUPTMANN, GERHART (geb. 1862).
Eine Darstellung aller Zensurschicksale Hauptmannscher Dramenwürde einer Bühnengeschichte fast seiner sämtlichen Werke gleich-kommen, also ein Buch für sich ergeben. Ich muß mich deshalb hierdarauf beschränken, das Werk zu behandeln, das dem Namen seinesDichters einen Weltruhm schaffte und dessen Konflikte mit derZensurpolizei, rund ein Jahrzehnt dauernd, die Literatur als eines derwirksamsten Reagenzien der politischen und Kulturgeschichte erweisen.Schon allein die Zensurgeschichte der „Weber" ist so vielgestaltig, daßsie zur bessern Übersicht in ihre einzelnen Stadien zerlegt werden muß.
1. Das Berliner Polizeiverbot vom 3. März 1892.Das „Deutsche Theater" (Direktion Adolph L'Arronge) hatte am20. Februar die Dialektausgabe „De Waber" zur Zensur eingereicht,
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