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gestrichen; daraus ergab sich, wie Werner ironisch sagte, eineförmliche „Hetze auf jede etwa hervordukkende poetische Idee . . .um jeder solcher Idee, sobald man sie nur wittert, den Fang zugeben, sie mit bewundernswerther Künstlichkeit unter Wasser zusetzen, kurz Alles anzuwenden, um hauptsächlich bey Gelegenheitdieses Luthers, noch gründlicher als er den Bilderdienst, den heyd-nisch-catholischen so gefahrvollen Aberglauben zu vernichten: daßdie Tragödie eine poetische Gattung sey". Iffland fürchtete allenErnstes Unruhen bei der Premiere und bat tags zuvor den BerlinerPolizeidirektor und Stadtpräsidenten Büsching, Polizeidiener in Zivil-kleidung auf Amphitheater und Gallerie zu verteilen, „um die dortbezahlten Unruhstifter sogleich von der verstärkten Wache arre-tiren zu lassen"; außerdem wünschte er zwei „verkleidete Polizei-beamten in den langen Gang des Parterres nach dem Theater zu,zwei in der Mitte an der Parterreerhöhung, einen an jeder Parterre-thüre — den örtern, wo gewöhnlich Unruhe entsteht", postiert zusehen. Zugleich bat er den Gouverneur von Berlin, Feldmarschallv. Möllendorf, „dem wachthabenden Hrn. Officier die Weisung zu-kommen zu lassen, theils selbst, wenn Ungestüm des Mißwillensgeäußert werden sollte, diesen zu verbieten; oder doch die Polizeizu demselben Zwecke zu unterstützen". Bei der „Feierlichkeit derSache" sei zwar Ruhestörung kaum zu befürchten. In demselbenBrief sagt er ausdrücklich, das Stück sei „von der geistlichen Behördeund dem Kabinet gebilligt worden", eine Versicherung, an derenRichtigkeit kein Zweifel bestehen kann. Iffland hatte allerdings denEindruck, wie sein Brief an Julius v. Voß vom 4. August verrät,daß der König „anfangs auch gegen die Aufführung" gewesen sei.Daher die schon erwähnten Gerüchte von einem bevorstehendenVerbot. Gab es bei der Premiere Skandal, so konnte der Unwille desKönigs ein nachträgliches Verbot des Stückes zur Folge haben, unddie sehr bedeutenden Kosten der Inszenierung waren vergeblich auf-gewendet.
Dank der Vorsorge Ifflands verlief die Premiere am n. Juni ohneStörung. Die Schaulust des Publikums war so in Anspruch genom-men, daß es zur Besinnung auf das Einzelne nicht kam; der Zugzur Reichsversammlung in Worms zählte 151 Personen und übertrafan Pracht und Buntheit noch den berühmten Krönungszug in der„Jungfrau von Orleans". Die Darsteller leisteten ihr Bestes, vorallem Iffland, der den Luther zu einer seiner wirksamsten Rollenschuf. Die Kritik überbot sich gegenseitig in Ausführlichkeit und Be-geisterung; die „Vossische" brachte vier, der „Freimüthige" fünf Be-sprechungen, die „Spenersche" berichtete über jede Wiederholung;vom 11. Juni bis 21. Juli fanden fünfzehn Aufführungen statt (vgl.Fränkel, a.a.O., S. 117, 120). Der Gesamterfolg des Abends war so