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stark, daß in Werner der würdige Nachfolger Schillers gefundenschien. Der Name des Verfassers war übrigens auf dem Theaterzettelnicht genannt; auch das Buch erschien anonym bei Joh. DanielSander in Berlin: „Eine Tragödie vom Verfasser der Söhne desThaies." Der Zulauf des Publikums war außerordentlich und ließauch bei den Wiederholungen nicht nach. Am 24. Juli war bereitsdie fünfzehnte Vorstellung, als plötzlich, geradezu über Nacht, derschon längst nicht mehr befürchtete Skandal da war und das Stück,jedenfalls auf höhere Weisung, abgesetzt werden mußte.
Daß der höchste Zensor des Berliner Hoftheaters, der König, beiseinem streng evangelischen Glauben (selbst das Wort Protestantis-mus verabscheute er, vgl. den Abschnitt: Holtei), bei seiner Nüch-ternheit und Abneigung gegen alle Romantik, von Werners Ver-herrlichung Luthers und der Reformation erbaut gewesen sei, warnicht anzunehmen. Entrüstet aber war er über eine Kritik, die inNr. 71 der „Spenerschen Zeitung" erschien. Sofort erging an denGroßkanzler v. Goldbeck folgende geharnischte Kabinettsorder:
„Mein lieber Großkanzler von Goldbeck. Die Berliner Zeitung beiHaude und Spener Nr. 71 enthält in der Recension des Schauspiels,Die Weihe der Kraft' folgende Stelle:
Wo die meisten wohl in Luther den muthigen Eifer gegenpapistischen Mißbrauch in ziemlich menschlichen Motivenbegründet fanden; als die Eifersucht des Augustiners gegenden Dominikaner-Orden, dem die Vortheile des Ablassesworauf auch jene Mönche Anspruch machten, ausschließlichverliehen waren, die Unterstützung der Fürsten bei denen derZeitgeist auch angesprochen hatte, die ihn denn nun vonSchritt zu Schritt trieb und mit dem dadurch erwachten Stolzauch mehr Schwung und Herzhaftigkeit gab u. dergl.
Sie verdient in jedem Betrachte die höchste Mißbilligung, weildas Urtheil, über die Reinheit der Beweggründe des Reformators,gar nicht in eine Recension des Schauspiels, worin er die Hauptrollespielt, gehört, weil sie eine Verläumdung des ehrwürdigen Urhebersder Reformation enthält, dem wir einen gereinigten Glauben undGewissensfreiheit verdanken und endlich, weil sie eben darum jedemwahren und religiösen Protestanten ein Ärgerniß geben muß, so wiesolche Meinen höchsten Unwillen erregt hat. Kaum in einem katho-lischen Staate, wo der Parthei-Geist einen solchen Ausfall erklärenließe, würde derselbe geduldet worden sein, aber in einem prote-stantischen Staate und in einer öffentlich privilegirten Zeitung, dieim ganzen Lande von allen Ständen und Religions-Genossen gelesenwird, ist es unverzeihlich. Am wenigsten kann ich gleichgültig dabeibleiben, da Ich, als einer der Ersten unter den protestantischen