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Männern von Bedeutung aus jenem Stande", nämlich dem derTheologen, über den Gebrauch des Namens Luther vother zusprechen; „Martin Luther oder Die Weihe der Kraft" hieß ja dasWerk in der Buchausgabe. Zweifellos ist es auch auf Beymes An-regung zurückzuführen, daß einer der einflußreichsten BerlinerGeistlichen, Propst Hanstein an der Petrikirche, das Stück am25. April zur Prüfung erhielt. Von Einwendungen, die er erhobenhätte, verlautet in Werners Briefwechsel nichts; es darf also an-genommen werden, daß er an dem gewagten Versuch keinen An-stoß nahm. Und es war ratsam, sich der Zustimmung der Geistlich-keit zu versichern. Denn Friedrich Wilhelm III. war als gläubigerProtestant in allem, was die ihm heilige Gestalt Luthers betraf, sehrempfindlich. Beyme hatte es verstanden, die anfänglichen Bedenkendes Königs gegen die Aufführung zu zerstreuen. Aber schon begannin der Presse eine Opposition laut zu werden. „Was? Luther aufder Bühne?" rief der „Preußische Hausfreund" (3. Mai 1806). „Ja!Luther auf der Bühne", antwortete Werner, aber seine Entgegnungwurde nicht, gedruckt, dafür trat der junge Graf Brühl tapfer fürden Freund in die Schranken (13. und 20. Mai im „Hausfreund").Gerüchte von einem bevorstehenden Verbot des Stückes gingen um;der „Hausfreund" dementierte sie am 3. Juni. Ein anderes Volks-blatt, „Der Beobachter an der Spree", rückte gar mit vier Aufsätzen(23.—27. Juni) vor. Diese Berliner Volksblätter wurden viel gelesen,und ihre Haltung war für Werner schon deshalb von Bedeutung, weiler mit seinem Luther ein „Volksstück" im besten Sinne des Wortesgeschaffen zu haben glaubte; um diese Absicht „auch den niedrigstenVolks-Classen" verständlich zu machen, verfaßte Werner einen er-läuternden Vorbericht, der am Abend der Vorstellung für 4 Groschenverkauft wurde (der dieses „Exposee" betreffende Brief Brühls anIffland, der in Werners Briefwechsel unterm 12. Juli steht, dürftewohl vom 12. Juni stammen). Das Blatt scheint verschollen zu sein;inhaltlich deckte es sich wohl ziemlich mit Werners schon erwähntemausführlichen Brief an die Gräfin Brühl aus dem Mai 1806. Am21. Januar 1807 schrieb Werner über den Vorbericht an den Schau-spieler und Theaterdirektor Heinrich Schmidt: „Bios zur Beschwich-tigung der Schreihälse fabricirt, ist er übrigens nicht der Rede werthund verräth ebenso wenig meine eigentliche, im Prolog und mehrerenStellen meines Schauspiels ungleich klarer ausgesprochene Tendenz."Vor solchen „Schreihälsen" hatte auch Iffland allen Respekt,und als Direktor und zugleich verantwortlicher Zensor seinesTheaters hatte er den Dichter fast zur Verzweiflung gebracht über„die hunderttausend Rücksichten", die er nehmen zu müssen glaubte,„um gegen keine einzige Narrheit, Vorurtheil, Menschen-Caste usw.anzustoßen". Das Stück wurde fast auf die Hälfte zusammen-