Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
1365
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Nachtrag: Hospitalschiffe. 1365

bord gelegenen Operationssaal eingetheilt. Von letzterem wurde wieder-um an Steuerbordseite durch eine 2 m lange Holzwand und einen Fries-vorhang ein Kabinet abgetrennt, in welchem der Röntgen-Apparat Auf-stellung fand. Durch den Einbau zweier, über Im breiter, eiserner,wasserdicht schliessender Thiiren in die eiserne Vorderwand des Salonswurde eine directe Verbindung zwischen Operations- und Verbandraumund dem davor gelegenen Oberdeck hergestellt und damit die directeZuführung der zu Operirenden oder zu Verbindenden nach diesen Bäumenermöglicht. In gleicher Weise wurde auch durch eine breite, zweiflügeligeThür eine Kommunication zwischen Operations- und Verbandzimmer er-möglicht. Im letzteren wurde ein grosser Lautenschlaeger'scher Steri-lisationsapparat aufgestellt und an die Dampfleitung des Schiffes ange-schlossen. Auch das Operationszimmer erhielt einen Sterilisations-apparat, welcher mit elektrischen Heizplatten (System Arendt) ver-sehen war. Die erforderliche Beleuchtung wurde auf natürlichem Wege,durch ein grosses, in die Decke eingelassenes Skylight herbeigeführt.Ausserdem waren alle Räumlichkeiten mit elektrischem Licht versehen,mit zahlreichen Anschlüssen für Kabellampen, sowie Vorkehrungen zurAnbringung elektrischer Fächer (verstellbarer Zimmerventilatoren) für dieheisse Jahreszeit. Für den Krankentransport an Bord konnten die anOberdeck befindlichen Ladebäume benutzt werden, wenn erforderlichunter Anwendung einer besonderen Heissvorrichtung zur Uebernahme derKranken in den Schwingekojen, wodurch ein mehrfaches und äusserstlästiges Umladen jener vermieden wurde. In die Kopf- und Fussbretterder Koje wurden kleine Ausschnitte gemacht, sodass kurze Stroppen mitihrem einen Auge um die Achsen gelegt werden konnten, mit denendie Kojen zum Schwingen in den Angeln ruhten. Mit dem anderen Augeder Stroppen wurden die Kojen an d'en eisernen Stangen befestigt, welcheentsprechend der Länge der Kojen verkürzt und statt der einfachen mitSicherheitshaken versehen wurden. Um die ganze Koje wurden breiteHaltegurte aus Segeltuch angefertigt herumgelegt, welche ein Heraus-fallen der Kranken beim zufälligen Schwanken oder Kippen der Kojewährend des Heissens verhüteten. Der Transport von Deck nach denKrankenräumen wurde durch 3 Fahrstühle ausgeführt, welche sich inden grossen Deckslucks des Schiffes bewegten. Das Anbordbringen vonKranken auf das Lazarethschiff besorgte zumeist das Dampfbeiboot des-selben mit in Schlepp genommenen Schiffsbooten, von welchen jedes sechsKojen bequem fassen konnte. Für Schwerkranke wurde gleich einefortige Koje sowie ein Krankenhemd mitgegeben und diese event. aus-getauscht, falls der Kranke in seiner eigenen Koje bereits gebettet war,wobei wiederum ein Umbetten vermieden wurde. In dieser, besondersbei bewegter See durchaus nicht leichten Arbeit hatte das Personal baldeine derartige Gewandheit erlangt, dass z. B. von dem etwa eine See-meile entfernten LazarethschiffSavoia" in l 3 / 4 Stunden 41 Schwer-kranke an Bord derGera" übernommen werden konnten.