1364 Kleffel,
Kajüte IL Klasse mit 6 Schwingekojen und die unter ihr liegendeIL Abtheilung des Haupt- und Zwischendecks sind, da sie sich voll-ständig von den übrigen Schiffsräumen isoliren lassen, zur Aufnahmesolcher Kranken bestimmt, die an ansteckenden Krankheiten leiden.
Die Unterbringung der Kranken nach Stationen war ursprünglich sobeabsichtigt, dass die vor den Kessel- und Maschinenräumen gelegenenAbtheilungen II und IV des Haupt- und Zwischendecks der äusseren,die hinter diesen Anlagen gelegenen Abtheilungen VI und VII der innerenStation zugewiesen werden sollten, wodurch jeder Station annähernd diegleiche Bettenzahl zur Verfügung gestanden hätte. Auf dem Kriegs-schauplatz mussten jedoch, der Mehrzahl der innerlich Kranken ent-sprechend, sämmtliche Räume bis auf Abtheil II der inneren Stationabgegeben werden. Raum II im Hauptdeck wurde für chirurgischeKranke, der gleiche des Zwischendecks für Augen-, Ohren- und venerischeKranke rescrvirt.
Aus den für die Kranken bestimmten Räumen wurden sämmtlichefrüher vorhandenen Einbauten — Verschlage, Regale — und etwaigesMobiliar — mit Ausnahme der Büffets in der I. und IL Kajüte, die alsVerbandschränke gute Verwerthung finden konnten — entfernt, die Seiten-Wände erhielten eine zweckentsprechende gefugte Holzverkleidung miteinem Anstrich von weisser Lackfarbe, und der Fussboden einen Linoleum-belag. Der mangelhaften Beleuchtung der Zwischendecksabtheilungenwurde durch Einsetzen von Seitenfenstern an die Stellen, wo die Seiten-ölfnungen bisher durch Eisenplatten verschraubt waren, abgeholfen.
Im Promenadendeck befinden sich die Wohnung des Chefarztes,das Geschäftszimmer, je eine Messe für Aerzte und erkrankte Officiereund erkrankte Portepeeuntcrofficiere, die Wohnung für einen Assistenz-arzt, ferner die Wohnung des Kapitains des Schiffes. In dem senkrechtder unter Oberdeck befindlichen Wohnräume haben vorn Wohnräume fürWaschleute, Bäcker und Köche, sowie davon getrennt, die Leichenkammerund die für photographische Zwecke vorgesehene Dunkelkammer ihren Platzgefunden. Mittschiffs sind in dieses Deck das Operations- und Verband-zimmer, die Apotheke, das Laboratorium, die Waschküche, die Roll- undPlättkammer, sowie Wohnräume für zwei Stabs- und zwei Assistenzärzte,den Apotheker, den Zahlmeisteraspiranten und den Materialienverwaltereingebaut. Schliesslich befinden sich in diesem Schiffstheile noch dieRevierkrankenstube, ein Wohnraum für den Zugführer der freiwilligenKrankenpfleger, sowie ein kleines Abtheil, in welchem ein Selterswasser-apparat Aufstellung gefunden hat.
Besondere Sorgfalt wurde der Anlage und Einrichtung des Operations-saales zugewandt. Derselbe fand mit den dazu gehörigen Nebenräumenin dem auf dem Oberdeck gelegenen Speisesalon der I. Kajüte seinenPlatz. Dieser grosse und luftige Raum wurde zunächst durch das Ein-ziehen einer Holzwand in einen kleineren an Backbord befindlichen Raum,welcher als Verbandzimmer dienen sollte, und den grossen an Steuer-