1366 Kleffel,
Um eine prompte und sofortige Durchspülung sämmtlicher Klosetsund Ausgüsse zu ermöglichen, wurde nach allen Räumen des Haupt-und Zwischendecks eine mit Seewasser gespeiste Röhrenanlage geleitet,und für die Speisung der Badewannen und Trinkwassertanks, sowie zurFüllung der Waschbecken eine von ersterer streng getrennte Frisch-wasserleitung. Die Waschvorrichtungen für Kranke bestanden in ein biszwei in den Krankenräumen eingebauten Waschtischen mit je drei bisvier Emaillebecken mit Gummistöpselverschluss.
Die Dampfheizung wurde so erweitert, dass sie zur Heizung sämmt-licher Räume und zur Erwärmung des Badewassers ausreichte. AlsBadewannen waren im Hauptdeck fest eingefügte und mit der Wasser-leitung direct in Verbindung stehende Wannen vorgesehen, während imZwischendeck ausschiesslich fahrbare" Wannen zur Verwendung kamen,deren Entleerung durch die Speigatten in die Bilge erfolgte.
Mit der Reinigung der Wäsche und waschbaren Kleidungsstückewaren Anfangs deutsche Wäscherinnen betraut worden. Dieselben wur-den später durch kontraktlich angestellte Chinesen ersetzt. In den Häfenwurde ein grosser Theil der Wäsche auch an Land gereinigt. Die Des-infection der Leib- und Bettwäsche, sowie der getragenen Kleidungsstückevon Leuten, welche mit ansteckenden Krankheiten behaftet gewesen, er-folgte durch einen grossen auf dem Sonnendeck aufgestellten RietschePschenDesinfcctionsapparat, welchem heisscr Dampf direct aus den Schiffs-kesseln zuströmte. Im Maschinenraum war eine grosse Eismaschine auf-gestellt. Sie vermochte in den Tropen bei einer Meerwassertemperaturvon + 32° C. und einer Lufttemperatur von -{- 42° C. in den Maschinen-räumen täglich 280 kg, in kühleren Zonen sogar 300—320 kg Eis her-zustellen. Für die Ventilation der Krankenräume erwiesen sich währendder kühlen Jahreszeit die natürlichen Kühlungsanlagen als ausreichend.Für die warme Zeit, sowie für den Aufenthalt in den Tropen, waren diebereits erwähnten Vorkehrungen (elektrische Ventilatoren) zur Verstärkungder Luftzufuhr bezw. -Abfuhr vorhanden. In den heissen Gegendenwurden den in den unteren, sehr warmen Decks untergebrachten LeutenNetzhängematten verabfolgt und denselben Schlafplätze in den Kranken-räumen oder bei sehr grosser Hitze an Deck angewiesen. Eine auf demVordeck errichtete grössere Doucheeinrichtung gestattete das gleichzeitigeBaden von etwa 12 Mann.
Zu Spaziergängen und zum Aufenthalt in frischer Luft boten diebreiten und langen Promenadendecks den Kranken und Reconvaicscentenreichlich Gelegenheit. Wenn irgend möglich wurden in jedem ange-laufenen Hafen weitere Spaziergänge unternommen.
Was die Verpflegung der Kranken anlangt, so wurden zwei Diät-formen als ausreichend befunden. Entsprechend der grossen Anzahl derDürmkrankcn, bestand die zweite Form ausschliesslich aus flüssigerNahrung, zu welcher nach Verordnung des Arztes noch Extrazulagenjeder Art hinzukommen konnten.