Nachtrag: Hospitalschiffe. 1351
Stefano 13 Dampfer zur Verfügung. Sie wurden zunächst desinficirt unddann eingerichtet. Durch eingelegte Fussböden wurde der ganze Schiffs-raum im Zwischendecke von 8 Fuss Höhe getheilt. Ventilationsschläuchcvon Segeltuch, welche für alle Räume durch sie gingen und seitliche Oeff-nungen hatten, sorgten für Zufuhr frischer Luft. Jeder Kranke erhielteinen Raum von 3 8 / 4 Fuss Breite und 7y 2 Fuss Länge, mithin einenLuftraum von über 200 Oubikfuss. Der Transport auf der Donau ge-schah durch 4 grosse Barken, welche durch Aufbau von Baracken zuschwimmenden Hospitälern verwandelt waren, von denen jedes etwa300 Mann fasste. Die Schiffe machten ihre Fahrten von Widdin nachGalatz in der Art, dass zwei den Fluss hinauf und zwei hinunterfuhrenund in letzterer Richtung zeitweise anlegten, um Kranke aufzunehmen.Während des Occupationsfeldzuges der Oesterreicher in der Herzegowina1878/79 beförderten sechs Schiffsambulancen Kranke und Verwundete, auf Flüssen und führten sie der Küste zu, von wo aus sie durch einbesonderes Krankentransportschiff, „Gargagno", über See nach der Hei-math geschafft wurden. Es evaeuirte in 29 Fahrten, ausser einer nam-haften Zahl kranker Matrosen, Oivilarbeiter u. s. w., vom k. k. Heere2326 Kranke und 96 Verwundete. Krankentransporte über See, alsoauf grösseren Schiffen, werden erwähnt während des preussischen Feld-zuges gegen Holland und bei der Expedition Bonapartes nach Syrien.In seinem Werke über den russisch-türkischen Feldzug 1828/29 berichtetMoltke, dass am Schluss desselben 4000 Kranke der russischen Armee,darunter 600, die an der Pest litten, durch ein Linienschiff und zweiFregatten fortgebracht wurden. Für den Krimkrieg waren Hospitalschiffenicht vorbereitet, und als sich die Notwendigkeit herausstellte, Krankeund Verwundete auf Schiffe zu bringen, hatte es einen fatalen Einflussauf eine grosse Zahl jener, dass die Schiffe eben für diesen Dienst inkeiner Weise hergerichtet waren. Die Kranken wurden in grosse Segel-boote, welche besondere Einrichtungen nicht hatten, einer nach den' an-deren gepackt, die Verwundeten zwischen die Kranken, und die Bootevon Dampfern in Schlepp genommen. Baudens giebt an, dass aufdiesen Transporten zwischen der Krim und Konstantinopel täglich 200Patienten starben. Nach Smith gingen von 1300 englischen Verwun-deten und Kranken, die umgeben waren von Strömen von Eiter, Excre-menten und Jauche, in 48 Stunden 51 auf solcher Meerfahrt zu Grunde.Scrive berichtet, dass von der Krim nach Konstantinopel 115000 Leutezur See transportirt wurden und 40000 weiter nach Frankreich. Davonstarben reichlich 10 pCt. Im Kriege von 1866 Hessen besonders dieSchilderungen bei dem Untergang des Panzers „Re d' Italia" in derSeeschlacht bei Lissa, als der grossen Anzahl der Ertrinkenden keinerleiHülfe geleistet werden konnte, das Fehlen von Hospitalschiffen empfinden.Als das von einem österreichischen Gegner in den Grund gerannte italie-nische Panzerschiff binnen wenigen Minuten versank, gelang es nicht,die 800 Schiffbrüchigen desselben zu retten, da die österreichischenSchiffe sogleich zu einem neuen Gefecht engagirt worden waren. Die