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2 (1928)
Entstehung
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515
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515 SCHICKELE

volleren Form eines Theaterstückes im Volke Verbreitung zu ver-schaffen. Ich darf es daher nicht unterlassen, Ew. Excellenz davon inKenntnis zu setzen, daß nach dem mir von Ew. Excellenz bekanntgegebenen Inhalt des Stückes gegen seine Aufführung vom Stand-punkt der Kriegsführung doch starke Bedenken bestehen, sofernnicht die auch von Ew. Excellenz beanstandeten Stellen durch dieZensur restlos beseitigt werden."

Daraufhin fragte nun das Oberkommando in den Marken denZensor, ob es möglich sei, die beanstandeten Stellen, die zu einerinnern Abkehr vom Kriege führen — diese Wendung aus Hülsenserstem Gutachten hatte sich also doch als die entscheidende er-wiesen —, zu streichen, ohne das Werk in sich unmöglich zu machen.„Ist eine Änderung des Stückes nicht möglich in dem von derObersten Heeresleitung gewünschten Sinne, muß dasselbe verbotenwerden."

Die Berliner Polizeibehörde verharrte tapfer bei ihrer Ansicht;sie entgegnete am 25. Mai:

„Wäre ich der Ansicht, daß das Stück ,Hans im Schnakenloch'nach seiner Wirkung geeignet sei, zu einer innerlichen Abkehr vomKriege zu führen, so hätte ich seine Aufführung unbedingt unter-sagt und mich durch Rücksichtnahme auf den wirtschaftlichen Er-folg für das Theater und den — von mir gar nicht einmal un-bedingt anerkannten —■ künstlerischen Wert nicht bestimmen lassen.Dies Verfahren ist von mir stets beobachtet worden und hat bei-spielsweise zum Verbot der, eine gewisse weichlichere, internationaleVerbrüderungsneigung in sich tragenden, Sternheimschen Schau-spiele geführt.

Meines Erachtens ist aber von ,Hans im Schnakenloch' eine der-artige Wirkung nicht zu befürchten. Zunächst sind schon bei derGenehmigung des Stückes und später, aus Anlaß der wiederholtenPrüfung, welche in dem Schreiben des Berichterstatters an denHerrn Generalintendanten Grafen v. Hülsen vom 5. d. M. erwähntwird, die Kriegserörterungen erheblich zusammengestrichen worden.Einzelne stehen gebliebene Äußerungen der ganzen durchausdeutschnational erscheinenden Gestalten des Geistlichen und desOberlehrers wirken m. E. nicht derart, daß sie gegen den KriegStimmung machen könnten. Sie sind nur Beiwerk, das durch dieGesamtpersönlichkeit der Sprechenden und die jenen Worten ent-gegentretenden Anschauungen in den Hintergrund gedrängt wird.Ich möchte mich zum Belege für diese Wirkung auf die in demSchreiben angeführten Pressestimmen, unter denen geflissentlich die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung', die ,Post', der .Deutsche Reichs-anzeiger' und die .Deutsche Tageszeitung' erwähnt sind, wiederholtberufen. Wären diese Organe der Ansicht, daß das Stück flau-

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