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eine allzu späte Erkenntnis anmutet, hinderte übrigens die preußischeRegierung nicht, ein späteres Schriftchen desselben Verfassers über.„Deutschlands Aussichten im Jahre 1851", das seiner bittern Ent-täuschung über Preußens Haltung nach 1848 Ausdruck gab, ohnedabei den Glauben an dessen Mission für ganz Deutschland preis-zugeben, sofort zu verbieten. Pfizer war 1848 einer der Märzministergewesen, hatte aber schon im August seiner Gesundheit wegenabgedankt. 1851 trat er als Oberjustizrat wieder in den württem-bergischen Staatsdienst, ließ sich aber 1858 schon pensionieren undstarb, von einem langjährigen Nervenleiden gequält, 1867 inTübingen.
[Benutzte Akten: Preußisches Geh. Staatsarchiv Rep. 77 II Gen. 19und Spec. P 33, Rep. 101 E Spec. P 32; Sächsisches HauptstaatsarchivDresden Akten Ministerium des Innern 279 c; Dresdener StadtarchivAkten B XVII 361 r; Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Polizei-korrespondenz der Staatskanzlei Nr. 79 und Kolowratakten 240. —Nachlaß Lieschings (aus Familienbesitz). — Vgl. ferner die beidenBiographien Pfizers von Theodor Schott in der „Allgemeinen deut-schen Biographie" und von Wilhelm Lang in seinem Sammelwerk„Von und aus Schwaben", 1. Heft, Stuttgart 1885; H. v. Treitschke,„Deutsche Geschichte", Band 4, S. 257 und 626f.; Johannes Proelß,„Das junge Deutschland", Stuttgart 1892, S. 283, 288 und 509.]
SCHICKELE, RENE (geb. 1883).
Unter den Dichtungen, die aus dem Erlebnis des Weltkriegs ge-boren wurden, ragt Schickeies Schauspiel „Hans im Schnahenloch"turmhoch hervor. Wir sahen es in dunkler Zeit meteorhaft auf-leuchten, auf der Bühne in heißem Glanz erstrahlen, dann plötzlicherlöschen. Die Bedeutung des Werkes rechtfertigt eine Klarlegungdieses Vorgangs; wir tun damit einen Blick hinter die Kulissen derKriegszensur.
Im Oktober 1914 hatte der einunddreißigjährige Dichter das Schau-spiel vollendet; 1915 erschien es im Verlag der Weißen Bücher zuLeipzig. Im nächsten Jahr erwarb es Direktor Georg Altmann fürdas „Kleine Theater" in Berlin, nachdem es schon auf einigen an-deren Bühnen seine Zugkraft bewährt hatte. Die Bearbeitung, dieer am 24. November der Zensurbehörde einreichte, hatte auf derenvoraussichtliche Bedenken so weit schon Rücksicht genommen, daßschlechterdings nichts mehr zu streichen übrigblieb, mit Ausnahmedes Schimpfwortes „Wackes" (auf S. 213), an das sich peinliche Er-innerungen aus Vorkriegszeit knüpften; im übrigen wurde das Stückohne Einschränkung am 7. Dezember genehmigt. Die Aufführungam 29. März 1917 hatte den verdienten großen Erfolg, und für das„KleineTheater" war damit ein Stück gewonnen, dessen Anziehungs-