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2,2 (1903)
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401
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Specielle Krankenversorgung. (Bei der Marine, in der Handelsmarine.) 401

allein ist nach meinen Ermittelungen, bei denen sowohl die Feststellungender Seemannsämter, wie der hiesigen Krankenhäuser und die umfassen-den Erhebungen der ßerufsgenossenschaft, die für die Einrichtung einerVersorgung der Wittwen und Waisen aller, auch der an Krankheitenverstorbenen Seeleute erforderlich waren, berücksichtigt wurden, nichtblos 10 pM., sondern sie übersteigt ganz sicher diese Zahl. Das Alterder Seeleute der Handelsmarine schwankt in den Grenzen von 15 bis60 Jahren. Personen im Alter von 5060 Jahren sind nur in geringerAnzahl vertreten. Das Durchschnittsalter der Seeleute beträgt nach denErmittelungen der Seeberufsgenossenschaft 29 Jahre. Die Sterblichkeitder gleich alterigen, männlichen Bevölkerung auf dem Lande ist im Durch-schnitt niedriger als 10 pM.

Die Hauptursachen der Sterblichkeit durch Krankheiten bilden imAuslande fremde Infectionskrankheiten, namentlich das gelbe Fieber unddie Malaria. Ferner spielt der Hitzschlag als Sterblichkeitsursache,namentlich unter den Feuerleuten der Dampfer, eine grosse Rolle. In.der Heimath entfällt der grösste Procentsatz der Sterblichkeit auf dieTuberculose. In den Bremer und Hamburger Krankenhäusern sind inden Jahren 18881895 38 pCt. aller dort gestorbenen Seeleute derTuberculose erlegen.

Ueber. die Erkrankungsverhältnisse unter den Passagieren auf denHandelsschiffen haben wir ebenfalls noch keine genaue und umfassendeStatistik. Insbesondere interessiren die Zwischendeckspassagiere, vondenen die meisten Auswanderer sind. Im Jahre 1898 sind mir von denSchiffsärzten auf den nach New-York abgegangenen Auswandererschiffen,die im Ganzen 100 Auswanderertransporte von Hamburg dorthin brachten,bei ihrer Rückkehr 561 innere Krankheitsfälle und 13 Todesfälle ge-meldet worden, die unter den Passagieren während der Reise vorge-kommen waren. Ueber äussere Erkrankungen und Verletzungen ist nursehr summarisch berichtet worden. Die Anzahl der beförderten Reisen-den betrug insgesammt 36 000, die durchschnittliche Reisedauer hin undzurück 39 Tage. Das ergiebt eine jährliche Erkrankungshäufigkeit von145 auf 1000 Reisende und eine jährliche Sterblichkeit von 3 pM. Daaber sehr viel mehr als die Hälfte aller Reisenden nur für die Hinreisenach Amerika in Betracht kommt, und die Dauer des Aufenthaltes derSchiffe im Hafen von New-York für die Zeit, auf welche die Erkrankungender Reisenden bezogen werden müssen, nicht mitgezählt werden darf, somüssen die oben angeführten Promillezahlen mehr als verdoppelt werden,um dem wahren Verhältniss der Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeitder Zwischendeckspassagiere nahe zu kommen. Von den Infections-krankheiten spielen dabei Masern, Scharlach und Diphtherie die Haupt-rolle (Auswandererkinder); die Todesfälle unter den Erwachsenen sindmeist durch chronische Leiden (Schwindsucht, Herzleiden u. dergl.)bedingt.

Man gewinnt aus allen diesen Zahlen, die zwar sehr lückenhaftsind, aber das Gemeinsame haben, dass sie hinter den wahren Durch-

Handbucli der Krankenvereorgunjr it. Krankenpflege. IT. Bd. 2. Abth.