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2,2 (1903)
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Seite
385
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Speoielle Krankenversorgung für Soldaten. (Bei der Marine, im Kriege.) 385

mittel in der Schlacht auf der Gefcchtsstellc selbst anwenden können.Dagegen kann auf diese Apparate bei "Verwundungen und Unfällen, diein den engen, untersten Schiffsräumen vorgekommen sind, nichtverzichtet werden.

Namentlich von Französischen Marineärzten sind eine Menge inter-essante Vorschläge gemacht und Transportmittel construirt worden, diefür die engsten und complicirtesten Wege, z. B. auch für den Transportaus den Heiz- und Kesselräumen hinaus bequem und sicher anzuwendensein sollen. Die in der Deutschen Marine angestellten Versuche und dieErgebnisse bezüglich der Einführung eines brauchbaren Transportmittelsfür die Verwundeten an Bord der modernen Schiffe sind bisher nichtveröffentlicht worden.

Damit die Breite und Tiefe des Transportgeräthes möglichst weithinter den Dimensionen der zu benutzenden engen Luken und Wegezurückbleiben, muss der Verwundete entweder in ganz gestreckter Lageoder in halbsitzender Stellung in einem dem Körper sich möglichst an-schmiegenden Gestell gelagert werden. Wenn der Verwundete in ganzgestreckter Lage befördert wird, bedarf er beim Verticaltransport derUnterstützung in den Achselhöhlen und Schenkelbeugen durch Tragebänder,Seitenschienen und Stützen, da auf die eigene Unterstützung durch dieBeine und den Körper nicht zu rechnen ist, und der Verwundete sonstin dem frei aufgehängten, senkrecht schwebenden Transportapparat insich zusammen rutschen oder herausfallen würde. Man hat deshalb u. a.vorgeschlagen, die Verwundeten auf einem schmalen, gepolsterten Brettfestzuschnallen, das mit Tragebändern für die Achseln, Brust undSchenkelbeugen ausgerüstet ist, oder ihn in eine mit solchen Tragebändernversehene Hängematte, lang ausgestreckt, einzuschnüren (Vorschlag desFranzösischen Marinearztes Guezennec). In beiden Apparaten kann derVerwundete beliebig, entweder senkrecht aufgehängt und frei schwebend,oder in schräger Richtung, gleitend oder geschoben transportirt werden.Die Idee von Guezennec ist von andern Französischen Marineärztennoch weiter ausgebaut und abgeändert worden. Man hat, um der Hänge-matte mehr Halt zu geben, Rücken- und Seitenstützen zugefügt ausHolz oder Eisenblech und auch für die Achsel- und Beingurte Ver-besserungsvorschläge gemacht. Ich glaube, dass die Einfügung einesgepolsterten Rückenbrettes in die Transporthängematte, von Körperlängeund Rückenbreite, auf dem der Verwundete durch Gurte unter denAchseln und um die Schenkelbeugen, event. auch um Brust und Kopfbefestigt wird, für alle Fälle die genügende Sicherheit gewährleistenwürde. Die Hängematte wird, nachdem der Verwundete auf dem Brettbefestigt ist, über ihm eng zusammengeschnürt, so dass der Verwundetein einer engen, langen Hülse liegt, die auch beim Verticaltransport inder Luft schwebend aufgehängt, sicher genug ist. Für den Horizontal-transport ist die Trage fertig, man braucht nur an den Ecken desRückenbrettes unten Handhaben anzubringen, in die man mit den Hän-den hineinfassen kann. In einer solchen Hängematte eingeschnürt, kann

Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 2. Abth. 95