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sich mit Proviant versehen müssen, verhältnissmässig kurz bemessensind. Im Nothfall kann für Lazarethzweoke in Friedenszeiten in hei-mischen Gewässern immer ein Hafen angelaufen werden.
Lebendes Vieh kaun auf unseren Kriegsschiffen wegen Mangel anKaum nur gelegentlich in beschränktem Umfange mitgeführt werden.
Brot wird auf den meisten Schiffen in der Regel alle Tage frischgebacken. Schiffszwieback (Hartbrot) wird für Kranke nur im Nothfallverwandt und kann übrigens durch Aufweichen, Aufbacken und andereZubereitungsmethoden auch für einen schwachen Magen erträglich ge-macht werden.
Besondere Diätformen, wie in den militärischen Landlazaretben, giebtes an Bord nicht. Ueber die Zusammensetzung der Krankenkost be-stimmt der Arzt von Fall zu Fall und nur als Anhalt sind seiner In-struction Verpflegungsmuster beigegeben. In der Regel erhalten dieKranken drei Mahlzeiten täglich, ausserdem nach Bedarf Erfrischungenund Zwischenmahlzeiten ausser der Zeit.
Da die Herstellung von schmackhaften Präserven sich mehr undmehr vervollkommnet und die Gelegenheiten, Präserven, Delikatessen,Getränke aller Art, frischen Proviant, Früchte u. s. w. an Land einzu-kaufen, sich im Laufe der letzten Jahre überall ganz ungeheuer verviel-fältigt und verbessert haben, so dürfte der Schiffsarzt an Bord unsererKriegsschiffe jetzt wohl überall im Stande sein, seine Kranken mitwenigen Ausnahmen mit angemessener, schmackhafter und reichlicherDiät und Getränken zu verpflegen.
In der Erkenntniss, dass trotz der besten Unterkunft, Pflege undBeköstigung bettlägerige Kranke im Allgemeinen an Bord schlechteruntergebracht sind, als in guten Krankenhäusern auf dem Lande, werdenin den heimischen Gewässern nicht blos alle ansteckenden Kranken,sondern auch die übrigen, wenn ihre Herstellung nicht in ganz kurzerZeit zu erwarten ist, jedesmal, wenn ein Kriegshafen oder Garnisonortangelaufen wird, in die Marine- oder Militärlazarethe ausgeschifft. Marine-lazarethe befinden sich in Kiel, Wilhelmshaven, Lehe, Friedrichsort undCuxhaven, ferner in Yokohama (Japan) und Kiaotschou. Die Lazarethevon Kiel und Wilhelmshaven können mehrere Hundert Kranke undVerwundete aufnehmen. Die übrigen sind kleiner. Die Verwaltungund Einrichtung der Marinelazarethe gleicht der der Armeelazarethe.Ihre Einrichtung und Ausstattung giebt der der besten Militärlazarethenichts nach.
Auch im Auslande sollen nicht blos Infectionsfälle und Schwer-kranke, sondern u. a. auch solche Kranke ausgeschifft werden, bei denendie Witterungsverhältnisse den Heilungsverlauf beeinträchtigen können,z. B. bei grosser Hitze an Bord, bei Kälte, zu erwartendem schlechtenWetter, Sturm, vor Antritt langer Reisen, ferner wenn das Schiff be-sonderen militärischen Uebungen entgegengeht, die eine geordnete Kran-kenpflege beeinträchtigen, z. B. Schiessübungen, und bei allen in Aus-sicht stehenden kriegerischen Actionen. Auf kleineren Schiffen, auf denen