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2,2 (1903)
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371
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Speoielle Krankenversorgung für Soldaten. (Bei der Marine, im Frieden.) 371

diese Einkäufe ist gerade an Bord der Kriegsschiffe, wenigstens inFriedenszeiten, ziemlich häufig Gelegenheit, jedenfalls öfter, als im All-gemeinen auf Handelsschiffen vorhanden, da die Kriegsschiffe, auch aufden aussereuropäischen Stationen und Gewässern, verbältnissmässig ofteinen Hafen anlaufen. Im Nothfall darf auch zur besseren Verpflegungder Mannschaft und der Kranken an Bord die vorgeschriebene Reiseroutegeändert und ein Zwischenhafen angelaufen werden, um frischen Provianteinzukaufen. Bei Reisen in heimischen Gewässern nimmt man in derRegel von der Ausrüstung mit Krankenproviant Abstand. Die Krankenwerden dann gegen entsprechende Vergütung aus der Officiermesse mit-verpflegt. Auch auf den für ausserheimische Reisen bestimmten Schiffenkann . auf Antrag des Schiffsarztes eine solche Vereinbarung mit derOfficiermesse getroffen werden. Die Officiermessen sind gewöhnlich sehrreichlich mit guten Präserven und zum Theil auch mit Delikatessenausgerüstet und pflegen sich bei jeder Gelegenheit an Land ihre Vor-räthe neu zu ergänzen. Auch finden sich in den Officiermessen meistgute Köche. Die Mitbeköstigung der Kranken durch die Officiermesselässt deshalb in der Regel nichts zu wünschen übrig und die Einrichtungist bei den Schiffsärzten auch aus dem Grunde beliebt, weil die Ver-waltung und Rechnungslegung über die Verwendung von Krankenproviant-vorräthen wegfällt und weil man dem einzelnen Kranken dabei mehrAbwechselung gewähren kann, als bei Extraverpflegung im Rahmen derfiskalischen Vorschriften. Unter Umständen kann aber auch, z. B. wenndie Vorräthe der Officiermesse knapp geworden sind, die Messe schlechtverwaltet wird oder wenn eine kleine Officiermesse durch die Beköstigungeiner grossen Menge von Kranken übermässig in Anspruch genommenwird, die Verpflegung durch eigenen Krankenproviant vorzuziehen sein.

Süsswasser steht in der Regel für die Kranken und zu Lazareth-.zwecken jederzeit in genügender Menge zur Verfügung. Die mittlerenund grösseren Schiffe sind sämmtlich mit Destillirapparaten zur Her-stellung von Trinkwasser aus Meerwasser versehen. Das destillirteWasser ist meist von gutem Geschmack und wird auch von Krankengern genommen. Frisch destillirtes Wasser schmeckt oft fade und er-frischt nicht genügend beim Trinken. Dieser Mangel verliert sich durchlängeres Stehen, auch kann ihm schnell durch Zusatz einiger Flaschenkohlensäurereichen Mineralwassers zu den Vorräthen im Wassertank ab-geholfen werden.

Eiskammern und Eismaschinen finden wir nur auf den grossen Pan-zern und den für die Tropen bestimmten, grösseren Kreuzern. Die Eis-maschinen werden auf Antrag des Arztes sofort in Thätigkeit gesetzt,sobald Eis zur Krankenbehandlung nothwendig ist und nicht von Landbezogen werden kann. Was die Conservirung von Nahrungsmitteln durchEis- oder Kühlräume anlangt, so kommt die Verwendung von Eismaschinenund Kühlkammern, wenigstens in Friedenszeiten und in heimischen Ge-wässern, nicht regelmässig und häufig in Frage, weil die Zeiten, währendwelcher die Schiffe ganz ausserhalb des Bereiches des Landes sind und

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