Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
370
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370 Nocht,

bettlägerigen Kranken sollen sich ausser zur Visitenzeit nicht im Laza-reth aufhalten. Sie tragen ihre gewöhnlichen Dienstkleicler weiter. Diebettlägerigen Kranken erhalten ein besonderes Hemd. Die Krankemsollen in der Regel zweimal täglich vom Arzt besucht werden (Haupt-visitc und Nachmittagsvisite), Schwerkranke natürlich öfter und, wennerforderlich auch des Nachts.

Für die Reinlichkeit, Ordnung, Lüftung und Instandhaltung des La-zareths ist der Schiffsarzt verantwortlich. Die tägliche Reinigung desLazarethes durch feuchtes Aufwischen der Wände und des Fussbodensu. s. w. wird unter Aufsicht des Lazarethgehülfen von Leichtkranken,oder wenn diese nicht dazu geeignet sind, von dazu requirirten und vom1. Officier für diesen Dienst dem Arzt zur Verfügung gestellten, gesundenMannschaften vorgenommen.

Die Kranken, deren Zustand es gestattet, insbesondere die nichtbettlägerigen, an äusseren Affectionen leidenden Kranken erhalten die-selbe Kost, wie die gesammten Mannschaften an Bord (Schiffskost). Sienehmen die Mahlzeiten in der Regel nicht im Lazareth, sondern zusam-men mit ihren gesunden Kameraden ein. Schwerkranke, Reconvales-centen, sowie überhaupt Kranke, welche die gewöhnliche Mannschaftskostnicht vertragen können, erhalten besondere Krankenkost. Der Schiffsarztbestimmt allein, wer Krankenkost erhalten und welcher Art dieselbe seinsoll. Unter Umständen wird auch gemischte Kost, d. h. die allgemeineSchiffskost mit besonderen Zulagen, z. B. besonderem Frühstück, Abend-brod, leichten Speisen verabreicht. Die Krankenproviantvorräthe werdenam Beginne der Reise vom Arzt aus den Depots requirirt und stehenunter der Verwaltung der allgemeinen Schiffsvcrpficgungskommission, dieaus einem älteren Seeofficier, dem Schiffsarzt und dem Zahlmeister be-steht. Die Zubereitung der Krankenkost erfolgt durch den Schiffskochund wird vom Arzt überwacht. Auch die allgemeinen Schiffsproviant-vorräthe werden zur Verpflegung der Kranken herangezogen. Die nichtin der allgemeinen Schiffsausrüstung vorgesehenen Krankenbeköstigungs-artikcl, welche unseren Kriegsschiffen mitgegeben werden, sind sehrmannigfacher Art und reichlich bemessen. Wir finden darunter: prä-servirte Gemüse, feine Fleischpräserven verschiedener Art (Wild, Ge-ilügel), Suppenkonserven, Graupen, Gries, verschiedene Fruchtkompots,präservirte Milch, Kakao u. s. w. Aus den allgemeinen Schiffsvorräthenkönnen Mehl, Reis, Kaffee, Thce, Zucker, Butter, gedörrtes Obst, Wein-essig, präservirtes Fleisch und präservirte Gemüse, corned Beef, Kar-toffeln, Salz, Zwiebeln, Gewürz u. s. w. bezogen werden. Wein, Porter,Ale, bairisches Bier und sonstige Getränke werden in der Regel bei Be-darf aus der Officiermesse, in selteneren Fällen auf Vorrath im Hafendireet gekauft. So oft wie irgend möglich sollen frisches Fleisch, frischeGemüse, Eier, Früchte u. s. w. an Bord eingekauft und für die Krankenverwandt werden. Besondere Rücksicht auf die Einkaufspreise braucht,wenn der Schiffsarzt die Verwendung solchen frischen Proviantes fürseine Kranken für nothwendig erklärt, nicht genommen zu werden. Für