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Unter den Kojen haben wir feste Kisten zur Unterbringung dernicht in Gebrauch befindlichen Hilfsmittel zur Krankenpflege (Speigläser,Uringläser, Stechbecken, Verbandschienen, Wasserkissen, Eisbeutel u.s.w.).Im Lazareth befinden sich ferner ein Waschtisch, ein Klapptisch mitRandleisten, ein Wandschrank, ein zusammenlegbarer Operationstisch undgrössere Wandgestelle zur Aufnahme von Flaschen, Geräthen, Essgeschirr,ferner Kleiderhaken und eine Anzahl von Klappstühlen.
Ausser den Kojen stehen in der Regel noch mehrere Krankenhänge-matten zur Aufnahme der Kranken zur Verfügung: zusammenlegbare,über einen viereckigen, hölzernen oder eisernen Rahmen gespannte Lager-stellen aus starkem Segeltuch mit Kopf-, Fuss- und Seitenwänden ausdemselben Material. Sie werden an Stricken in Haken an der Decke desLazareths am Kopf- und Fussende aufgehängt. Im Uebrigen sind siewie die Schlingerkoje mit Matratzen, Bezügen, Decken u. s. w. aus-gestattet. Sie werden benutzt, wenn die Kojen alle belegt sind oderwenn Kranke ausserhalb des Lazareths in provisorisch hergestelltenRäumen z. B. hinter Segeltuchvorhängen untergebracht werden müssen.Wo man nicht zwei SchilTslazarethe zur Verfügung hat, wird sich nurselten an Bord eines Kriegsschiffes ausser dem festen Lazareth nochein von festen Wänden umschlossener, verschliessbarer Raum, in demKranke untergebracht werden können, erübrigen lassen. Man mussdann entweder die nicht ansteckenden Kranken aus dem Sehiffslazarethherausschaffen und in provisorisch im Allgemeinen Mannschaftsraum,unter Umständen an Oberdeck hergestellten Abtheilungen, die vonSegeltuchwänden gebildet werden, unterbringen, damit das Lazarethfür die Isolirung der ansteckenden Kranken benutzt werden kann.Oder man muss umgekehrt die Infectionskranken in provisorischenRäumen unterbringen. Zu dem letzten Aushilfsmittel wird man be-sonders dann seine Zuflucht nehmen müssen, wenn Infectionsfälle ingrösserer Anzahl an Bord vorhanden sind. Die Segeltuchvorhängekönnen durch Besprengen mit Carbollösung feucht gehalten werden,damit kein infectiöser Staub in die Nachbarschaft dringt. Vor dasLazareth resp. den Isolirungsraum wird ein militärischer Wachtpostengestellt. Im Allgemeinen lassen sich bei einiger Umsicht Isolirungenan Bord besser durchführen, als man bei den beschränkten Raum-verhältnissen und dem Ineinandergreifen des ganzen Lebens und Treibensan Bord erwarten sollte. Was die nöthigen Desinfectionen anlangt, sohaben wir an Bord unserer Kriegsschiffe keine besonderen Dampfdesin-fectionskammern, wie sie sich auf manchen Handelsschiffen finden. Diezu desinficirenden Kleider etc. sollen in ein entsprechend grosses Fassoder eine Balge oder ein ähnliches hölzernes Gefäss gepackt werden,das mit einem nicht ganz dicht schliessenden, mit Gewichten beschwertenDeckel geschlossen wird. Vom Boden aus wird Dampf aus einem vonder Maschine abgezweigten Dampfrohr in diesen improvisirten Des-infectionsapparat geleitet. Hierbei müssen, damit die zu desinficirendenGegenstände nicht verbrannt (zu hoher Druck, zu hohe Temperatur des