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stiefmütterlicli bedacht ist und in einigen Fällen auch unter den Einflüssender Nachbarschaft z. B. der allzugrossen Nähe der Kessel- und
Maschinenräume — zu leiden hat. Man rechnet bei der Bemessung desRaumes für bettlägerige Kranke auf 2 Procent der Besatzung. DieseQuote wird auch thatsächlich nur in Ausnahmefällen überschritten. Derauf den Kranken im Lazareth entfallende Luftraum schwankt in unserenSchiffslazarethen zwischen 8 und 15 Kubikmetern. Diese obere Grenzevon 15 Kubikcentimetern ist zur Noth ausreichend und kann in Anbe-tracht der übrigen Raumverhältnisse auf Kriegsschiffen kaum überschrittenwerden. Sie genügt aber mir bei guter Lüftung. Auf vielen grossenSchiffen finden wir statt eines grösseren, zwei kleine Lazarethe, was vongrossem Yortheil ist, wenn man einmal Kranke isoliren muss. Bei Tagewerden die Lazarethräume durch Seitenpforten und Decksgläser erhellt.Zur künstlichen Beleuchtung dient jetzt wohl überall die Elektricität;die Heizung geschieht durch Dampf. Ausser durch die Fenster andPforten, die nicht immer, namentlich nicht in See, offen gehalten werdenkönnen, wird die Ventilation durch Lüftungsrohre, die über dem Ober-deck ins Freie münden, gesichert. Die Lazarethe werden überall geson-dert von den übrigen Räumen ventilirt. Die Lüftungsrohre sollen mög-lichst gradlinig verlaufen. Es sind überall zwei Ventilatoren vorgesehen,einer, am Fussboden mündend, für die einströmende Luft, während dasfür den Auslass der verbrauchten Luft bestimmte, von oben kommendeRohr schon an der Decke abgeschnitten und geöffnet sein soll. DieseLüftungsVorrichtungen sind wohl für gewöhnlich genügend; sie erfordernaber fortwährende Aufmerksamkeit. Die Ventilatoren müssen derwechselnden Windrichtung entsprechend umgestellt werden und können,wenn der Wind gerade in derselben Richtung weht, in der sich dasSchiff bewegt, ihren Dienst auch ganz versagen. Wenn die Rauchsäuledes Schornsteins über dem Schiff bleibt und sich mit ihm fortbewegt,fehlt es auch im Innern des Schiffes an jeder Luftbewegung und -Er-neuerung. Durch Knickungen in den Lüftungsrohren wird die Bewegungder Luft darin ganz ungemein erschwert. Es ist aber nicht immer mög-lich, die Lazaretbventilatoren gradlinig hin unterzuführen. Auch könnensie aus militärischen Rücksichten nicht immer an den günstigsten Stellenangebracht werden. Diese Schwierigkeiten lassen sich bei der Lüftungdurch Maschinen, die durch Dampf oder Elektricität getrieben werden(Flügelräder) beseitigen. Diese Art der Lüftung ist ganz unabhängigvon Wind und Wetter und die Luft kann auf beliebigen Wegen hinein-und hinausgeführt werden. Wir haben zwar solche Lüftungsmaschinenschon auf einigen unserer modernsten Kriegsschiffe, im Allgemeinen aberwird davon noch viel zu wenig an Bord Gebrauch gemacht. Einigeunserer Lazarethe sind übrigens auch mit Ucley'schen Ventilationsfensternausgerüstet. Die in diesen Fenstern angebrachten Ventilationsöffnungenbrauchen auch bei schlechtem Wetter nicht geschlossen zu werden, dasie sich gegen eindringendes Seewasser von selbst abschliessen und dannautomatisch wieder öffnen.