Specielle Kranlccnversorgung für Soldaten. (Bei der Marine, im Frieden.) 365
der Französischen, die mitgegebenen Vorräthe immer noch unzureichendzu sein scheinen, wie aus vielen, in der Fachliteratur erhobenen KlagenFranzösischer Marineärzte hervorgeht.
Für mikroskopische Untersuchungen wird allen grösseren Schiffenund auf Verlangen der Schiffsärzte auch den kleineren Schiffen eingutes Mikroskop mit Immersionslinse und den nöthigsten mikroskopischenInstrumenten, Reagentien und Farbstoffen mitgegeben. Die ausserdeutschenMarinen entbehren zum Theil dieser Ausrüstung. Die Einrichtungen zubakteriologischen Untersuchungen, die über die mikroskopische Prüfunghinausgehen, fehlt auch bei uns, man würde sie aber im Einzelfall aufbesonders begründeten Antrag bewilligen.
Die Instrumente, die Arzneien, Verbandmittel u. s. w. sind an Bordder grösseren Schiffe in einer besonderen Apotheke untergebracht, anBord der kleineren in einem Arznei- und einem Verbandschrank vonfester Bauart und praktischer Einrichtung, der an passender Stelle auf-gestellt wird. Die Schiffsapotheken haben die Grösse einer gewöhnlichenSchilfskabine und sind mit Schränken, Wandbrettern und Schubladen aus-gerüstet. Natürlich darf ein verschliessbarer Giftschrank nicht fehlen.Die Einrichtung ist solide und praktisch. Wasser- und Dampf- resp.Heisswasserleitungen zur leichteren Herstellung der zu dispensirendenArzneien fehlen allerdings noch fast überall, obwohl diese Einrichtungenleicht herzustellen sind. Zur Bereitung von Infusen und heissem Wasserdient eine Spirituslampe mit Bunsenbrenner. Die Beleuchtung ist meistelektrisch. Dampfheizungskörper finden sich in den meisten Schiffsapo-theken.
Alle Schiffe, deren räumliche Verhältnisse es irgend gestatten, sindjetzt mit festen, vom übrigen Schiff abgeschlossenen Lazarethen ver-sehen. Nur die kleinsten Schiffe und Kanonenboote entbehren solcherbesonderen Krankenräume. Auf den älteren Schiffen befand sich dasin der Lazareth meist Vorbatterie. Auf den modernen Kriegsschiffen istaber die alte, stereotype Bauart, bei der man im Hauptdeck eine grössere,mittlere, durch Querwände geschlossene Abtheilung, in der die Geschützestanden, und die deshalb die Batterie genannt wurde, von dem Raumvor derselben, der Vorbatterie und dem hintersten Schiffsraum, derAchterbatterie unterschied, vollständig über den Haufen geworfen. Dabeihaben wir die verschiedensten Schiffstypen, die einander durchaus un-gleich sind. Demgcmäss ist auch die Lage des Lazarethes bei den ver-schiedenen modernen Schiffen sehr verschieden, bald über, bald unter demgepanzerten Deck, das sich auf den modernen Schiffen horizontal durchdie ganze Länge des Schiffes erstreckt und für die Anlage der innerenRäume maassgebend ist, bald vorn, bald hinten im Schiff. Normen fürdie Lage des Lazarethes lassen sich bei diesen neuen und so verschieden-artigen Schiffstypen nicht aufstellen. Man soll natürlich dafür einen. möglichst hellen und luftigen Raum wählen; indessen ist nicht zu leugnen,dass auf einigen modernen Schiffen aus Rücksicht auf die militärischenErfordernisse das Lazareth in Bezug auf seine Lage und Grösse etwas