Specielle Krankenyersorgung für Soldaten. (Beim Landheer, im Kriege.) 335
das Militärmedicinalwescn, wie es sich im Frieden und Kriege darstellt,vertreten ist, ein anschauliches Bild.
So hat die allgemeine Ausstellung für Nahrungsmittel, Volksnährung,Armee- und Marine Verpflegung vom Jahre 1897 in der Gruppe XVIIIund XIX eine umfassende Kenntniss der Heeresverpflegung für krankeSoldaten dargethan und den Umfang der Fürsorge erschöpfend ge-schildert.
Von ganz besonderem Interesse aber war die in der Zeit vom1.—16. October in Berlin stattgefundene Ausstellung vom Rothen Kreuz.Diese Ausstellung namentlich hat Gelegenheit gegeben den Umfang derKriegskrankenpflege weitesten Kreisen anschaulich zu machen.
Die Verbreitung der Kenntnisse des Kriegssanitätsdienstes ist alseine Nothwendigkeit anerkannt, der Umfang der amtlichen und der frei-willigen. Hülfe in einer erschöpfenden Weise dargethan worden. Beidem lebhaften Interesse, welches im Falle eines Krieges der Kriegs-krankenpflege entgegengebracht wird, ist es nöthig, den Bestimmungengemäss sich das vor Augen zu stellen, was geleistet werden muss undwas geleistet werden kann für den verwundeten Krieger. In der Er-kenntniss dieser Dinge ist dem amtlichen Catalog ein Auszug aus denDienstvorschriften vorgedruckt worden. Gerade diese Dinge sind fürdas Verständniss ganz besonders wichtig.
DieGesammtausstellung des königlich Pr.eussiseb.en Kriegsministeriumsumfasste den Kriegssanitätsdienst vom Truppenverbandplatz bis zumReservelazareth in der Heimath. Auf gedrängtem Räume gab sie dieAusrüstung des Heeres mit Kriegssanitätsmaterial zur Darstellung undliess bis ins Einzelne hinein erkennen, wie sich der Transport einesVerwundeten vom Schlachtfeld bis zur Ankunft in der Heimath abspielt.
Das Oesterreichische Sanitätspersonal wirkt unter der Leitungdes Militärsanitätscomites. Die Militärärzte wirken als Leiter der Militär-spitäler, den mechanischen Theil versieht die Sanitätstruppe. Die Feld-armee erhält einen Armeechefarzt, unter ihm wirken Sanitätschefs; derSanitätstruppe des Friedens entsprechen die Feldsanitätsabtheiliingen,hierzu treten die Festungssanitätsabtheilungen und die Reservesanitäts-abtheilungen. Seit 1864 giebt es ßlessirtenträger, die in Bandagen-träger und Transportpersonal zerfallen und in den Kriegsspitälern alsSanitätssoldaten Verwendung finden, diese Träger sind bei der Artillerieerst neuerdings eingeführt. Neben den Truppenspitälern giebt es Gar-nisonspitäler, beide stehen unter Militärärzten. Für Leichtkranke werdenMarodenhäuser errichtet, die Divisionssanitätsanstalten, die Feld- . undReservespitäler, Feldmarodenhäuser stehen neuerdings unter Militärärzten.Das neue Reglement von 1894 schildert im 1. Theil den ärztlichenDienst in den stabilen Spitälern, der auch für die Feldspitäler maass-gebend ist. Aufnahme, Verhalten, Unterbringung, Abgang, Beköstigung,Bestimmung für Marodehäuser werden besprochen.
In Italien besteht das Sanitätscorps aus Sanitätsofficieren undSanitätscompagnien. Der Maggiore Generale medico ist Vorsitzender