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1866 Gelegenheit, die Wirksamkeit der Kriegssanität zu erproben, welchein Bezug auf die Kriegskrankenpflege einen Ausdruck in der Vorschriftvom 31. Mai 1855 und in dem Reglement vom 17. April 1863 gefun-den hatte. Löffler's bahnbrechenden Organisationen in den erwähntenFeldzügen ist es gelungen in der Kriegskrankenversorgung das Erreich-bare zu leisten. Im Vordergrund der Bestrebungen stand die schnelleHülfe auf dem Schlachtfelde, die Heranziehung der Feldsanitätsanstaltenund die Anwendung der Krankenzerstreuung; der Abtransport in dieheimischen Lazarethe wurde verbessert und gefördert. Die Einführungder Hülfskrankenträger ist auf eigene Initiative des Prinzen FriedrichKarl zurückzuführen.
Die Nutzbarmachung der wissenschaftlich-technischen Fortschrittein der Krankenpflege, niedergelegt in der Instruction vom 29. April 1869über das Sanitätswesen der Armee im Felde, entwickelte sich aus denErfahrungen der Kriege und Hessen einen Ausbau in der Zukunft er-hoffen; die Leitung der Sanitätsanstalten wurde immer mehr in die Handdes Militärarztes gelegt.
Die Leistungen der Deutschen Heeressanität im letzten Feld-zuge 1870/71 sind berichtet im Sanitätsbericht, auf den hier ver-wiesen werden muss und der eine Fülle von Beobachtungen and Er-fahrungen darbietet.
Als ,eine Frucht dieser Erfahrungen ergab sich als wissenschaftlich-technische Errungenschaft der Inhalt der Kriegssanitätsordnung vom10. Januar 1878. Ihr folgte 1887 die Kriegsetappenordnung, 1888 dieKrankenträgerordnung. Die Erfahrungen der Kriege in Bezug auf dieKrankenpflege haben ihren Einfluss auf die Friedenssanität nicht ver-fehlt. Ihre werthvollste Errungenschaft war die Einführung von Chef-ärzten auch in die Friedenslazarethe vom 12. October 1872, die denBefehl über das Lazareth führen und so bereits im Frieden Gelegenheithaben sich für ihre Kriegsthätigkeit vorzubilden.
Mit der wissenschaftlichen Bedeutung der Armeegesundheitspflege,mit der Erforschung der ätiologischen Momente, mit der Einführung undVervollkommnung der antiseptischen Wundbehandlung, mit ihrer Durch-führung zur aseptischen, ging Krankenversorgung und . KrankenpflegeHand in Hand. Es hiesse den ganzen Inhalt der Sanitätsordnungenhier erschöpfen, um zu beweisen, dass der kranke Deutsche Soldat nichtso billig als möglich, sondern so gut als möglich verpflegt wird. DieDeutschen Garnisonlazarethe sind Musteranstalten in ihrer Versorgungund Pflege. Der reichhaltige Etat an Arznei, Verbandmitteln, an chir-urgischen Instrumenten, eine reichliche geeignete Krankenbeköstigung,eine sorgsame Behandlung und persönliche Theilnahmc und Pflege, einhumanes Wirken bis ins Einzelne hinein, lassen weitgehende Anforde-rungen erfüllen und gewähren auch für die Zukunft die Aussicht, dieFortschritte der AVissenschaft und Pflegetechnik, an Pflegepersonal undMaterial dem kranken Soldaten nutzbar zu machen. Von der Ausdeh-nung der Krankenpflege geben neuerdings die Ausstellungen, in denen