Druckschrift 
2,2 (1903)
Entstehung
Seite
336
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336 Neumann,

des Comitato di sanita militare. Die Compagnien sind Bestandteileder Lazarethe; bei den Truppen wirken besondere Portaferiti. Die Ver-hältnisse sind von Kern geschildert (Deutsche ndl. Zeitschr. 1885. S. 9).Für die Sanitätscompagnien ist seit 1895 eine neue Instruction erlassen.Für die Sanitätsausrüstung im Felde sind vorgesehen Sanitätstornister,Sanitätsdoppelsäcke, Sanitätsdoppelkoffer, Sanitätskoffer für Alpentruppcnund ßergabtheilungen, Sanitätskarren, Krankentransportwagen, Feldlaza-rette und Lazarethzüge. Tschudi hat das neue Militärspital in Rombeschrieben (Roth. 1896. S. 150). In jüngster Zeit ist der antiseptischeEtat bedeutend vermehrt worden. Neuerdings wird das ItalienischeSanitätswesen durch das Sanitätsinspectorat geleitet. Unter ihm wirken12 Militärsanitätsdirectionen, 24 Directionen der Hauptspitäler und12 Sanitätscompagnien.

Das Sanitätswesen der Griechischen Armee ist neuerdings vonKowalk geschildert, es nähert sich deutschen Verbältnissen.

In Frankreich steht die Leitung des Militärsanitätsdienstes unterdem Directeur du Service de sante, Divisionsärzte giebt es nur im Kriegebei den Kavalleriedivisionen. In den Lazarethen sind Chefärzte dieLeiter, doch ist die Mitwirkung der Intendance eine sehr weitgehende.Das Unterpersonal zerfällt in Infirmiers und Brancardiers. Frankreichhat seit 1892 eine Kriegs-Sanitäts-Ordnung, seit 1887 sind die Verwal-tungsoffiQiere den Lazarethen unterstellt.

Die Schulen im Val de gräce und Lyon sorgen für die Ausbildungder Militärärzte. Ein neues Reglement beschäftigte sich mit dem Etappen-dienst. Die Kavallerie hat in der Gefechtsform kleine Krankenwagen,aber keine Krankenträger, ebenso die reitende Artillerie.

Jedes Infanterieregiment hat einen Krankenwagen; auf die Hilfeder Musikcorps (als Träger) wird gerechnet. Das Verbandpäckchen istseit 1894 eingeführt.

In Russland bewirken den Sanitätsdienst Aerzte, Feldscheere,Hospitaldiener und Sanitäre (Feldkrankenträger). Die Feldscheere sindArztgehilfen. Die Oberleitung ruht in den Händen der Hauptmilitär-medicinalverwaltung, welcher ein Arzt, der Obermilitärmedicinalinspectorvorsteht. Wissenschaftliche Fragen erledigt der Gelehrte Militärmedicinal-ausschuss, beziehungsweise der Obermilitärhospitalausschuss, im Feldedie Feldsanitätsverwaltung.

Weitere Reformen sind von Wahlberg geplant worden. Eine neueOrganisation besteht seit 1887. Den Krankentransport bewirken Sanitäts-züge. Jede Infanteriedivision hat 8 Feldhospitäler, sie sind beweglich.Im Uebrigen hat auch hier die deutsche Kriegs-Sanitäts-Ordnung alsMuster gedient.

Das Hauptmilitärsanitätscomite begutachtet alle Neuerungen auf demGebiet der Kriegskrankenpllege.

Der Schwerpunkt der Thätigkeit der Krankenträger ist auf dasFortschaffen gerichtet; beim Divisionslazareth sind Krankenträgercom-pägttien.