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den Militärchirurgen nach Oesterreich, Russland und Frankreich ge-schickt, der Generalchirurgus Holtzendorff legte die Berliner Anatomie-kammer an: in exercitus populique salutem. 1724 wurde das Collegiummedicum errichtet und mit dem Theatrum anatomicum, verbunden, umMedicochirurgen für das Heer zu bilden. Geprüften Regimentsfeld-scheeren war die Erlaubniss ertheilt, innere und äusserliche Curen vor-zunehmen, während dies den Kompagniechirurgen untersagt war. Seit1726 dient die Charite zum Unterricht der Militärchirurgen.
Durch Eeisen ins Ausland wurde der Erhöhung der wissenschaft-lichen Bildung des Personals Rechnung getragen, Französische Chirurgenwurden unter Friedrich dem Grossen nach Preussen entsendet. DerUnterricht der Kompagniechirurgen wurde durch Bilgner, Schmucker,Theden, Mursinna verbessert und durch Unterweisung vom Re-giementsfeldscheer an der Leiche und am Krankenbett gefördert. Nurin grösseren Garnisonen gab es einen wissenschaftlich gebildeten Garnison-arzt. Der kranke Soldat wurde im Quartier behandelt, aus dem Me-dieinkasten und der Feldapotheke arzneilich versorgt und bei der Truppeverpflegt; verantwortlich war hierfür der Hauptmann. Jedem Soldaten wur-den monatlich 3 Kreuzer als Apothekengroschen abgezogen, für die Gardeund die Leibtrabanten lieferte die Königliche Hofapotheke zu Berlin dieArzneien unentgeltlich. Der Medicingroschen wurde 1826 abgeschafft,die xirzneiverpllegimg staatlich geregelt.
Die Kriege Friedrich des Grossen gaben Gelegenheit Verbesserungenim Feldwesen zu schaffen. Der Generalchirurg Schmucker Hess nachder Schlacht von Liegnitz ein Dragonerregiment absitzen und die Ver-wundeton zu Pferde nach Breslau bringen. „Fliegende Lazarethe" im7 jährigen Kriege werden von Richter erwähnt; ihre Einrichtung wirdjedoch von Anderen Larrey, dem Leibarzt Napoleons, zugeschrieben.Man nahm sich der Verwundeten erst an, wenn „Victoria" geschossenwar. Dem weitausschauenden Blick des grossen Königs entgingen dieMängel nicht; es kommt nicht, sagte er: bloss auf Recepte an, sondernauf alle übrigen Anstalten, die man mit einer Armee macht; eine an-dere Instruction des Königs lautet: sei er hübsch Vater „und Pflegerseiner Kranken", das ist „mein Wille und wird ihm Liebe erwerben".Das von Theden verfasste Feldlazarethreglement vom 16. September1787 ist eine Frucht der Feldzüge und wirkte auch fördernd auf dieGarnisonlazarcthe, die etwa seit 1711 bestanden. Der Rheinfeldzug1792—95 Hess die Mängel der Kriegssanität hervortreten und ganz be-sonders die ungenügende Schulung des Personals. Ein Mann erkannte,was noth that, es war Goercke. Sein Hauptwerk ist die Gründungder „Pepiniere" am 2. August 1795; Goercke, selbst anspruchslos be-gründete seinen Antrag mit den Worten: „noch nie habe ich etwas fürmich erbeten, ich bitte für die unglücklichen Kranken, denen noch Nie-mand seine Theilnahme, sein Mitleid, seine Unterstützung versagte, so-bald er ihre Noth erkannte, ich bitte für das Vaterland, für die Armee,für den Vortheil des Königs selbst". Die Pepiniere vereinigte als staat-