Specielle Krankenversorgung für Soldaten. (Beim Landheer, im Frieden.) 289
gruppen erscheinen hier die von Werth, welche einen Vergleich mitanderen Statistiken ermöglichen. An Darmtyphus, dessen Aetiologie,Casuistik, Nachkrankheiten u. s. w. 5 Kartenskizzen und im Text14 Seiten, abgesehen von der Anführung in den Tabellen, gewidmetsind, betrug der Zugang in beiden Berichtjahren 1,7, die Sterblichkeit0,16, bez. 0,19 pM. der Kopfstärke. Bemerkenswerth erscheint beidiesen niedrigen Zahlen, dass die Sterblichkeit im Verhältniss zum Zugang-hoch blieb, nämlich 9,8 bez. 11,1 pOt. Vergleichsweise betrug dieseSterblichkeit in der Französischen Armee 1894 und 1895 bei einem etwasechsmal stärkeren Procentsatze des Zuganges an Typhus 17,5 und 16,9.Doch lässt sich wegen der Verschiedenheit der Berichtzeiträume derVergleich nicht näher durchführen. Man darf aber aus diesen Ziffernschliessen, dass die Abnahme des Typhus nicht durch Minderung derGefährlichkeit der Erkrankung, sondern durch Verringerung der An-steckungsgelegenheit in Folge besserer gesundheitlicher Verhältnisseherbeigeführt wurde. — Anders verhält sich bekanntlich die Malaria -Erkrankung, die — abgesehen von seltenem epidemischem Auftreten —mit abnehmender Zahl milder zu werden pflegt. Die Erkrankungszifferbetrug 1894/5 nur 0,65 und 1895/6 sogar nur 0,55 pM. der Kopf-stärke; sie sank seit 1869, wo sie 5,45 pCt. ausmachte, auf denhundertsten Theil. Todesfälle an dieser Krankheit kamen nicht zurBeobachtung; auch nicht bei den von auswärts, in Algier, Dahome,Tonking, Wolhjmien und bei den Deutschen Schutztruppen erworbenenFiebern und Nachkrankheiten. —Akuter Gelenkrheumatismus findetsich in beiden Berichtjahren zu 7,9 und 7,7 pM. beziffert, die ent-sprechenden Werthe für chronischen Rheumatismus waren 0,76 und0,75 pM., für Gicht 0,05 und 0,1 pM. Der Lungentuberculqse werden3 Kartenskizzen gewidmet, die Erkrankungsziffer fiel in beiden Jahrenauf je 2,7 pM. — Zugänge an croupöser (fibrinöser) Lungenentzündungwerden 7,9 und 8,2 pM. der Kopfstärke angeführt, die Todesfälle sankenbis 3,4 und 3,2 pM. der Behandelten, 5 Kartenskizzen veranschaulichendie Verbreitung und das Auftreten der Krankheit seit 1881. — VenerischeKrankheiten kamen im Durchschnitte beider Berichtjahre 27,7 pM. derKopfstärke zur Behandlung, was sich dem 1887/8 erreichten niedrigstenStande von 26,3 pM. nähert. Die Einzelheiten werden durch einDiagramm, 5 Kartenskizzen und 10 Textseiten erläutert. Die Ver-minderung dieser Krankheiten fand seit 1881, wie eine tabellarischeVergleichsübersicht darthut, imDeutschen,Französischen,Oesterreichischen,Italienischen und Englischen (Inlands-) Heere in ähnlicher Weise statt.Der Zugang an Tripper betrug 1894/5 und 1895/6 in Deutschland16,9 und 15,4, an Syphilis 6,8 und 5,9 pM. der Kopfstärke.
Von Tausend aller Behandelten wurden 908,6 bez. 908,8 geheilt,während als ganzinvalid 9,6 bez. 10,8, als halbinvalid 6,2 bez.6,4 und als dienstunbrauchbar 9, bez. 8,6 ausschieden. Beiden letzteren sind nicht, wie dies bis dahin geschah, die unmittelbar
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 2. Abtli. 19