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häüfigkeit verschiedener Länder. So hat beispielsweise Deutschlandhohe Erkrankungswerthe, die mit den geringen Sterblichkeitszahlen imWiderspruch stehen. Es sind nämlich Lazareth- und Revierkrankezusammengefasst. Scheidet man beiderlei Kranke, so hängt das Ver-hältniss vom Revier und Lazareth wesentlich davon ab, ob Revier-krankenstuben bestehen und in welchem Umfange sie ausgenützt werden.Für die Jahre 1873 bis 1882 erhöhten sich nach Düms die allgemeinenErkrankungsziffern in Deutschland durch das Hinzurechnen der Schonungs-kranken ohne nähere Angabe ihrer Krankheit. —
Bei einem Vergleiche der Erkrankungs- und Sterbeziffer kommtferner der Umfang der Berichterstattung in Betracht. In Deutsch-land erstreckt sich diese nur im Kriege auf das ganze Heer, währendim Frieden lediglich über sämmtliche active Mannschaften und Unter-officiere, einschliesslich der nicht zur kostenfreien Krankenpflege be-rechtigten einjährig Freiwilligen, nicht aber über Familienmitglieder,auch wenn sie in der Kaserne wohnen, über Officiere, Beamte u. s. w.berichtet wird. Auch der Umstand, dass bis 1896 über die zu Uebungeneinberufenen zahlreichen Leute des Beurlaubten stau des keine besondereRapporterstattung (nach der 4. Bemerkung in Beilage 10 der Friedens-Sanitäts-Ordnung) erfolgte, bedarf der Berücksichtigung.
Wenig vergleichbar erscheint die Häufigkeit der Entlassungenwegen Invalidität, und Dienstunbrauchbarkeit, die beispielsweise nachE. Antony'-s, von Villaret (Deutsche militärärztliche Zeitschrift, 1896,No. 3, Seite 97) bestrittener Berechnung (l'etat sanitaire des armees;Archives de medicine etc. militaires; Paris, August 1895) im vorigenJahrzehnt in Deutschland das Zehnfache, in Frankreich und England nurdas Dreifache der Sterblichkeit betrug. Diese Entlassungen werden inden einzelnen Ländern durch die darüber bestehenden Bestimmungeneinerseits und andererseits durch die Art der Heeresergänzung derartbeeinflusst, dass ein einfacher Vergleich nicht ohne Weiteres statthafterscheint.
Die Sterblichkeitsziffern verschiedener Heere und Zeiten ge-statten zwar eher eine vergleichende Gegenüberstellung, doch auch diesenWerthen haften wesentliche Fehlercmellen an. So wird beispielsweisedie Zahl der Todesfälle an chronischen Krankheiten bei einem Heeremit kurzer Dienstzeit von aufmerksamen Aerzten durch sorgsame Unter-suchung vor der Einstellung und rechtzeitige Verabschiedung bei Er-krankung fast zum Verschwinden gebracht und dadurch die allgemeineSterblichkeitsziffer wesentlich herabgedrückt.
Zum richtigen Verständnisse der Heeressanitätsstatistik gehört dasVertrautsein mit der allgemeinen Militärstatistik. Letzteres wird,durch den in den einzelnen Ländern verschiedenen Umfang allgemeingeläufiger Begriffe, wie xVrtillerie, schwere Cavallerie, Combattanten,Kopfstärke und dergl. erschwert; manche oft gebrauchte Wörter habensogar in einem und demselben Lande schwankende Bedeutung. So ge-