Specielle Krankenversorgung für Soldaten. (Beim Landbeer, im Frieden.) 281
§ 90, 1 der Friedens-Sanitäts-Ordnung angelegte Krankenblatt. DerInhalt des letzteren darf mit Genehmigung des Sanitätsamts beiwissenschaftlichen Veröffentlichungen, jedoch nur unter Weglassungdes Namens des Erkrankten, benützt werden. Die bei Bedarf anzu-fertigende Fiebertafel (Anlage zu der angezogenen Beilage 23) unter-scheidet sich kaum von den in klinischen Civilkrankenhäusern benutztenTemperaturtab eilen.
Die Krankenberichterstattung des Friedensheeres soll, wie jedeHeereseinrichtung, der Vorbereitung auf den Kriegsfall dienen. Die sichhieraus an die Berichte im- Frieden ergebende Anforderung, den Ueber-gang zu den selbstverständlich einfacheren Kriegs-Medicinalberichten zuerleichtern, werden im Abschnitte V, 1 b dieses Bandes näher dar-gelegt.
0. Statistik.
Die Militär-Medicinal-Statistik soll auf Grund der durch dieärztliche Berichterstattung und durch die Aushebungslisten vermitteltenThatsachen nicht nur die GesundheitsVerhältnisse des Heeres, sondernauch die Wirksamkeit der für die Krankenversorgung bestehenden Ein-richtungen zum ziffernlässigen Ausdrucke bringen. Beiderlei Aufgabenfallen im Wesentlichen zusammen; insbesondere lässt sich die Krank-heitsstatistik eines durch die allgemeine Wehrpflicht ergänzten Heeresnicht wohl von der Aushebungsstatistik abtrennen und erhält, wie jedeStatistik überhaupt, ihren Hauptwerth erst durch Vergleiche mit denErgebnissen der Erhebungen in andern Ländern. So wünschenswerthhiernach eine internationale Statistik der Militärtauglichkeitauch bezüglich des Krankenwesens erscheint, so scheiterte diese bisheran denselben Bedenken, welche man gegen die Veröffentlichung vonLandkarten, die dem Feinde bei einem kriegerischen Einfalle Vorschubleisten, vor einigen Jahrhunderten in allen Staaten hegte. Allerdingskann ein feindlicher Staat der Militärmedicinalstatistik des Gegnerswichtige Lehren entnehmen. Wie man aber seit langer Zeit das Verbotder kartographischen Veröffentlichung auf das enge Gebiet der befestigtenPlätze beschränkte, so dürfte auch die Scheu vor einer internationalenAushebungsstatistik bald überwunden sein.
Die Militärmedicinalstatistik hat besondere Wichtigkeit durch denUmstand, dass im Civil Ziffernwerthe nur bezüglich der Mortalität, derUnfälle und Seuchen, nicht aber bezüglich der allgemeinen Morbiditätgewonnen werden können, während in allen geordneten Heeren sich dieZahl fast sämmtlicher zu ärztlicher Kenntniss gelangten Erkrankungenermitteln lässt. In Deutschland ermöglichte das Krankenversicherungs-gesetz wenigstens für einen grossen Theil der Civilbevölkerung die Mehr-zahl auch der leichteren Erkrankungen zu beziffern. — Es sind jedochselbst beim Heere die Erkrankungsziffern nur mit Vorsicht zu ver-wenden; sie gestatten ohne Weiteres keinen Vergleich der Erkrankungs-