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2,2 (1903)
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233
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Speoielle Krankenversorgung für Unbemittelte. 233

tretenden Nothfallen, wie insbesondere beim Auftreten ansteckenderKrankheiten und bei Unglücksfällen einige Betten in geeigneten Räum-lichkeiten und zweckentsprechende Transportgeräthschalten zur Verfügungstehen. Von diesen Nothfallen abgesehen, muss ausserdem für jedengrössern Gemeindecompiex, der nur bei sehr kleinen und räumlichbegrenzten Kreisen den ganzen Kreis umfassen darf, ein geeignetes Kran-kenhaus nebst den erforderlichen Krankentransportgeräthschaften bereitgestellt werden. Von den speciellen Krankenzwecken dienenden Kran-kenanstalten abgesehen, wird es in Rücksicht auf den Transport derKranken räthlicher sein, statt einzelner grösserer Anstalten mehrerekleinere Anstalten zu errichten.

Die Sorge hierfür, wie für die geschlossene Siechen- und Waisen-pflege würden in Preussen grössere territoriale Verbände, und zwar ent-weder die Kreise oder ad hoc gebildete Zweckverbände zusammenliegen-der grösserer Gemeinden zu übernehmen haben, da die Amtsbezirke fürdiesen Zweck im Allgemeinen als viel zu klein sich erweisen. Auchwird auf diesem Gebiet die Mitwirkung der Vereine vom Rothen Kreuzbesonders dankbar zu begrüssen sein.

Im Regierungsbezirk Oppeln standen am Schluss des Jahres 1891insgesammt 104 Anstalten zur Aufnahme von Kranken mit zusammen4000 Betten zur Verfügung. Im Jahre 1894 war die Zahl derselbenauf 116 mit 4680 Betten gestiegen, d. h. es kamen auf je 10 000 Ein-wohner 28,7 Betten. Dieser Durchschnitt wurde am erheblichstenübertroffen von den industriellen Kreisen Beuthen mit 64, Kattowitzmit 57 und Zabrze mit 51 Betten auf je 10 000 Einwohner. Von den116 Krankenanstalten waren öffentliche-48, darunter 5 Kreis-Kranken-häuser, 30 communale Krankenanstalten in den Städten und 13 inden ländlichen Gemeinden. Von den 68 Privat-Krankenanstalten warenvon Orden gegründet 6 mit 335 Betten, von milden Stiftungen 19 mit738 Betten, von den Vorständen der Knappschaft, der Hütten, derBezirkskrankenkassen 20 mit 1818 Betten, von Privaten 23 mit505 Betten. In den Städten des Bezirks standen zur Verfügung 4 Kreis-krankenbäuser, 30 communale Krankenanstalten, 6 Krankenhäuser vonOrden, 5 Knappschaftslazarethe und 11 Privatkrankenanstalten, zu-sammen 2396 Betten oder 67 auf je 10 000 Einwohner, währendauf dem Lande 2284 Betten oder 17,8 auf je 10 000 Einwohner zurVerfügung waren.

Als dringend nothwendig erweist sich gegenüber der gesteigertenInanspruchnahme der Krankenanstalten eine damit Hand in Hand ge-hende Entlastung derselben, sei es in Anstalten anderer Art oder inFamilienpflege. In ersterer Hinsicht kommen hauptsächlich die Siechenund Reconvalescenten, in letzterer Hinsicht die Geisteskranken undIdioten in Frage. Da für Sieche und Reconvalescenten die kostspieligenEinrichtungen der gewöhnlichen Krankenanstalten entbehrlich sind unddemgemäss auch die Pflegekosten sich niedriger stellen, entspricht die