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2,2 (1903)
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203
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Specielle Krankenversorgnng für Unbemittelte. 203

ziehung zur socialen Gesetzgebung stehen. Hauptsache ist allerdingsdie ganze Organisation der Armenpflege. Je mehr dieselbe einheitlichgeregelt und auf dem Individualprincip des sog. Elberfelder Systemsaufgebaut ist, um so besser stehen sich Arme und Communen. DurchNichts können diese Erfolge besser illustrirt werden - als durch einenBlick auf die Elberfelder Armenpflege: während im Jahre 1852, wo diedurch mangelhafte Prüfung der Bedürftigkeit verursachte Steigerung derArmenlast zu einer Aenderung des Systems drängte, auf 1000 Ein-wohner 67,08 Unterstützte kamen, betrug deren Zahl im Durchschnittder letzten 38 Jahre nur 23,29, und während die Kosten der offenenArmenpflege im Jahre 1852 sich auf 3,55 Mark auf den Kopf der Be-völkerung beliefen, sind sie im Durchschnitt der verflossenen 38 Jahreunter der Herrschaft des neuen Systems auf 1,84 Mark gesunken, einErfolg, der die Tragweite des individualisirenden Armenpflegesystemsauch nach der finanziellen Seite aufs deutlichste darzuthun geeignet ist.Auch in andern Städten hat sich dieser Erfolg der individualisirendenArmenpflege geltend gemacht, ohne denselben indes für den Werth desSystems als ausschlaggebend heranziehen zu wollen. So machte sich inHamburg, das erst nach der letzten Choleraepidemie zur Einführung desElberfelder Systems überging, schon nach den ersten Monaten des Be-stehens eine erhebliche Ersparniss der Ausgaben für dauernd Unterstütztebemerklich. Voraussetzung ist dabei, dass geeignete und entsprechendausgebildete Armenpfleger und Armenpflegerinnen zur Verfügung stehen.In Berlin waren im Jahre 1893 für die gesetzliche offene Armen-pflege 243 Bezirks-Armenkommissionen in Thätigkeit. Denselben ge-hörten

235 unbesoldete Vorsteher (8 je 2 Commissionen verwaltend),

236 Vorsteherstellvertreter,117 Stadtverordnete und

2015 Mitglieder einschliesslich der Bezirksvorsteher,

zusammen 2603 Personen an.

Diese Armencommissionen zahlen die Unterstützungen selbst ausund erhalten zu diesem Zw r eck aus der Stadthauptkasse zu Händen desVorstehers einen Vorschuss in Höhe des einmonatlichen Bedarfs. Rech-nungslegung und Erstattung der Ausgaben erfolgen monatlich.

Laufend unterstützt wurden monatlich

Almosenempfänger 21737,Pflegekinder 8399.

Der Geldbetrag der Unterstützung betrug monatlich durchschnittlichfür einen Almosenempfänger 12,81 Mark, für ein Pflegekind 6,04 Mark.Verausgabt wurden für das gesammte Armenwesen in Berlin für das

Rechnungsjahr 1892/93..........12 703484 Mark,

wovon durch Einnahme gedeckt wurden.....1924803 Mark.

Von den Almosenempfängern waren 77 pCt. über 50 Jahre alt; mehrals drei Viertel derselben gehörten dem weiblichen Geschlecht an.

In Bezug auf die Ursachen der Hilfsbedürftigkeit ergiebt sich aus