Specielle Kraukenversorgung für Unbemittelte. 199
Bezirke derselben Provinz, wie sie Pommern, Westfalen und die Rhein-provinz zeigen, kehren auch in Hannover wieder, wo dem Regierungs-bezirk Hildesheim mit 2,23 pCt. Unterstützten der viel ärmere und anHaide- und Moordörfern reichere Bezirk Anrieh mit 3,58 pOt. Unter-stützten gegenübersteht. Aus der Armenstatistik des Jahres 1885 er-giebt sich, dass die städtischen Armenverbände weitaus den höchstenProcentsatz an Unterstützten aufweisen, in zweiter Linie folgen die Guts-bezirke und zuletzt die Landgemeinden. Es ergiebt sich ferner aus derArmenstatistik des Jahres 1885, dass es im Allgemeinen die wohlhaben-deren Gegenden sind, in denen die Armenlast den grössten Umfang er-reicht, dass die Anzahl der Unterstützten nicht allein von dem Unter-stützungsbedürfniss, sondern ebenso sehr, wenn nicht mehr, von derMöglichkeit abhängt, dasselbe zu befriedigen. In West- und Ostpreussenunterscheiden sich namentlich die Niederungen der Weichsel und desMemel nach Fruchtbarkeit des Landes und Höhe der Armenlast sehrwesentlich von den rauhen Gegenden des pommerschen und preussischenLandrückens, und dasselbe kehrt wieder in den westlichen Provinzen so- .wie in dem Grossherzogthum Oldenburg. Ausser der Wohlhabenheit sindes die Erwerbsverhältnisse und Lebensgewohnheiten, die für die Höheder jeweiligen Armenziffer bestimmend in Betracht kommen; von Bedeu-tung ist ferner der Entwicklungsgrad, den die private und Vereinsarmen-pflege in den einzelnen Bezirken erlangt hat.
Fast ununterbrochen sinkt die Armenziffer mit der absteigenden Be-völkerungszahl der Städte, und ohne jede Unterbrechung zeigt der Armen-aufwand eine Verminderung von Stufe zu Stufe mit der herabgehendenBevölkerungsziffer der Städte.
Während in den Städten von über 100000 Einwohnern der Aufwandfür Armenzwecke auf 100 Einwohner 441 Mark betrug, sinkt derselbein den Städten von 50- bis 100000 Einwohnern auf 321 Mark bei6,91 pOt. Unterstützten, in den Städten von 20- bis 50000 Einwohnernauf 283 Mark bei 6,31 pCt. Unterstützten, in den Städten von 10- bis20000 Einwohnern auf 263 Mark bei 5,53 pOt. Unterstützten, in denStädten von 5- bis 10 000 Einwohnern auf 221 Mark bei 4,97 pCt.Unterstützten, in den Städten mit 2- bis 5000 Einwohnern auf 182 Markbei 4,32 pCt. Unterstützten, und endlich in den Städten unter 2000 Ein-wohnern auf 162 Mark bei 2,52 pCt. Unterstützten. Nach der Statistikdes Annenwesens für das Grossherzogthum Oldenburg betrug im Durch-schnitt der Jahre von 1861 bis 1890 die jährliche Ausgabe für einenArmen
in der reichen Marsch 74,80 Mark,
in der Geest 63,63 „ und
in dem armen Münsterlande 45,58 „ oder es kamenan Gesammtarmenkosten auf einen Einwohner
in der Marsch 3,68 Mark,in der Geest 2,32 ,,im Münsterlande 1,15 „