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2,2 (1903)
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177
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Specielle Kranlcenversorgung für Schüler und Waisen. 177

werden können, um bei einer etwa auftretenden Hausepidemie genügendeIsolirung zu ermöglichen. Die Zimmer müssen mit Kalk getüncht seinoder mit Oel- und Emailfarben gestrichen, so dass sie leicht gründlichdesinficirt werden können; die Ecken müssen aus demselben Grunde ab-gerundet sein, der Fussboden am besten aus Cement mit Linoleumbc-schlag; die Grösse der Zimmer sei so berechnet, dass auf jedes Bettmindestens 35 cb'm Luftraum komme, für die Infectionsabtheilung aberein grösserer Luftcubus; Dukes verlangt für diese Abtheilung das Dop-pelte an Luftraum. Die Ventilation wird am besten im Ansehluss anden Heizkörper eingerichtet, besondere Luftkanäle sind für die Zufuhrder frischen Luft wünschenswerth; in ihnen soll im Winter die ein-tretende Luft vorgewärmt werden, für die Erwärmung der Zimmer istAVarmwasserheizung am angenehmsten, doch sind auch die modernenDauerfüllöfen zu gebrauchen, man vermeide aber Heizkörper, die einestarke Abkühlung der Zimmer in der Nacht zulassen. Die Einrichtungder Zimmer muss auch vorsichtig gewählt werden: die Bettgestelle seienaus Eisen mit Draht- und Rosshaarmatratzen, Federbetten sollen höch-stens als Kopfkissen benutzt werden, sind aber besser auch dort durchRosshaarkissen zu ersetzen; wollene Decken sollen zum Bedecken ge-nommen Averden. Die weitere Ausstattung der Krankenzimmer sei einemöglichst einfache.

Die Treppen seien bequem ansteigend und breit, um den TransportVerletzter und zum Gehen Unfähiger zu erleichtern.

Weiter muss im Lazareth für je 6 Betten ein Oloset mit Wasser-spülung, das täglich zu desinficiren ist, vorhanden sein; von den Bade-zimmern ist das in der Infectionsabtheilung so einzurichten, dass die zuentlassenden Kinder aus demselben in ein . Ankleidezimmer gelangen,welches direct ins Freie führt, sodass die Kinder nicht mehr mit denKrankenräumen in Berührung kommen müssen.

Weiter ist ein Beobachtungszimmer im Infectionsgebäude nothweudig,in welches Verdächtige sofort aufzunehmen sind, eventuell sind hier beiplötzlicher Erkrankung auch Kinder aufzunehmen, bis der etwa abwesendeArzt hinzukommt. Auch dies Zimmer ist so einzurichten, dass die Kinderin dasselbe gebracht werden können, ohne durch die eigentliche Kranken-abtheilung zu müssen, zu welcher von dem Zimmer aus eine directe Ver-bindung führt. Gerade für dieses Zimmer, das nur für ein Bett einge-richtet werden sollte, ist Kalktünchung, die eventuell leicht abgekratztund erneuert werden kann, besonders zu empfehlen. Für Reconvales-centen und Leichtkranke muss ein sog. Tagesraum vorhanden sein; aucheine Veranda wird zweckmässiger Weise angebracht werden.

Vernois 1 ) verlangt noch ein besonderes Beschäftigungszimmer fürReconvalescenten.

Auch ein eigenes Besuchszimmer ist wünschenswerth, nur nicht fürdie Infectionsabtheilung, in der jeder Besuch streng zu verbieten ist.

x ) Weyl's Handbuch d. Hygiene. Bd. VII. 1. Burgerstein u. Netolizlci.

Handbach der Krankenversorgung und Krankenpflege. II. Bd. 2. Al)th. jg