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2,2 (1903)
Entstehung
Seite
160
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160 Peilchenfeld,

sehr hoch über dem Boden angelegt und tief unterkellert. Eine Wohnungfür den Arzt war im Hause, für den Hilfsarzt und den Krankenwärter,4 Krankenzimmer und 2 Dachkammern, von denen eine dieTollstube"war. 1820 wurde ein Anbau ausgeführt mit einer abgesonderten Stubefür erkrankte Lehrer und einem Badezimmer. Auch in besseren Privat-erziohungsanstalten trug man schon früh für eine zweckmässige Kranken-pflege an einzelnen Orten Sorge; in der C au er' sehen') Anstalt in Char-lottenburg war für Krankheitsfälle bei einem Bestände von 60 Zöglingenein Zimmer eingerichtet, das mit dem Locale, welches die Zöglinge be-wohnten, in keiner unmittelbaren Verbindung stand und der Wohnungder Lehrer nahe lag, welche die besondere Pflege für die Krankenübernommen hatten.Wenn wir auch nur selten in den Fall kommen,von demselben Gebrauch zu machen, so ist es doch zweckmässig, selbstbei leichteren Unpässlichkeiten den Zöglingen einen bequemen Aufenthaltdarbieten zu können". 2 Hausärzte waren für die Anstalt angestellt.

Eine besondere Stellung nahmen von jeher die Kadettenanstaltenund auch die meisten Militärwaisenhäuser ein, welche auch in derKrankenpflege eine den militärischen Einrichtungen entsprechende Kranken-versorgung aufweisen. Die frühesten Nachrichten entstammen einem Be-richte 2 ) über die Magdeburger Kadettenkompagnie vom 5. April 1762.Je 3 oder 4 Kadetten bewohnten in der Citadelle ein Zimmer; dieselagen zum Theil in feuchten Gewölben; der Aufenthalt in denselben ver-anlasste Krankheiten; Pocken, Masern und andere Krankheiten herrschtenso stark, dass zeitweise nur 45 Mann unter das Gewehr traten; 12 Per-rücken mussten besorgt werden, da die Krankgewesenen ihre Haare ver-loren. Im Berliner Kadettenhause bestand bereits 1717 eine eigeneKrankenstube, 1741 wird ein Feldscherer als zum Personal gehörig auf-geführt, 1786 werden bereits 3 Aerzte und 2 Lazarethwärter bei 260Kadetten angegeben. In dem grossen Militärwaisenhause zu Potsdam 3 )bestand seit 1827 eine Krankenstube, daneben wurden besondere Kranken-stuben für Augen- und Ausschlagskranke eingerichtet; eine Kranken-wärtcrin war zur Pflege dortselbst stationirt; ein Hausarzt hatte die Be-handlung; die Sterblichkeit war eine recht grosse, es starben von 1825bis 1874 260 Kinder, d. i. jährlich 5,2 0,65 pCt. der Gesammtzahl.In der Militärakademie zu München 4 ) wurde 1790ein Medicus bestellt,welcher sich, wenn kein Kranker da war, wöchentlich 2 mal in der Aka-demie einstellte und nach dem Befinden der Zöglinge zu sehen hatte,

') Bericht über die Cauer'sche Erziehungsanstalt zu Charlottenburg-Berlin vonLudwig Cauer. Berlin 1828.

2 ) Mon. German. paedagogic. Bd. XIII. Geschichte des Militärerziehungs- undBildungswesen Preussens. Bosse.

3 ) D. Kgl. Potsdamsche Waisenhaus-in d. Jahren von 18241874. Berlin 1874.

4 ) Mon. German. paedagogic. v. Karl Kehrbach. Bd. X. Geschichte desMilitärerziehungs- und Bildungswesens in den Landen deutscher Zunge. Von OberstB. Poten. 1889.