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die durch ihre Anwesenheit noch mehr die Schule stören, als sie selbstdurch dieselbe leiden.
Den zweiten Grad stellen die Schwachsinnigen dar, welche nochbis zu einem gewissen Grade bildungsfähig sind. Sie unterscheiden sichwesentlich von normalen Kindern. Die Haupteigenthümlichkeiten derSchwachsinnigen sind: ihre Unfähigkeit zu längerer Aufmerksamkeitbeim Unterricht, schwere Auffassung, schlechtes Gedächtniss, mangel-haftes Urteilsvermögen, auffallende Verkehrtheit im sittlichen Empfinden,körperliche Abnormitäten. Richter 1 ) sagt: schwachsinnige Kinderunterscheiden sich von geistig gesunden oft schon äusserlich durchSchlaffheit in Körperhaltung und Gang, durch Ungeschicklichkeit derGlieder bei auszuführenden Bewegungen, durch abweichende Schädel-bildung, blöden Gesichtsausdruck, matten Blick, einseitige Lähmungen,oder Lähmungen der oberen Augenlider, dicke, schwere Zunge, theil-nahmloscs Hinbrüten oder unruhiges, aufgeregtes Wesen; merkbarer nochin geistiger Hinsicht durch mangelhafte Entwickelung des Orts-, Farben-,Formen- und Grössensinnes, wodurch hauptsächlich das Zurückbleibenim Lesen, Schreiben, Rechnen bedingt wird, durch langsamere Auffassung,leichtere Vergesslichkeit, schwerfällige Erinnerung, durch sprachlicheUnbeholfenheit theils im Hervorbringen einzelner Laute oder ihrer rich-tigen Verwendung zu Wörtern, theils in der grammatikalisch unrichtigenStellung der Worte beim Sprechen eines Satzes. Wenn alle die ge-nannten Eigentümlichkeiten zusammentreffen, so wird man allerdingswohl den Zustand bereits als Blödsinn bezeichnen müssen. Fuchs 2 )präcisirt die wichtigsten Kennzeichen des Schwachsinnes wie folgt:1. das Nichterfassen des inneren Zusammenhanges im Zahlenraume von1—10; 2. Unfähigkeit im Nachmalen und Schreiben, Spiegelschriftschreiben,später nur mechanische Einprägung der Schreibweise; 3. gedankenloses,nur mechanisches Nachsprechen und Lesen; 4. Armuth an Gedanken undim Gedankenausdruck, Fehlen der höheren Urtheilsbildung, geringe Reiz-barkeit der Vorstellung; 5. momentanes, dauerndes Vergessen (auch dasGegentheil); 6. Unarten, psychische Eigentümlichkeiten, Anomalien imDenken, Fühlen und Wollen, psychische Regelwidrigkeiten; 7. ein mehr-jähriges, einseitiges oder totales Zurückstehen hinter Gleichalterigen ingeistiger, vielleicht auch körperlicher Beziehung.
Die ausgesprochene Idiotie ist in den meisten Fällen als congenital(Eltern blutsverwandt, Trunksucht, Schwindsucht, Syphilis, Geisteskrank-heiten der Ascendenten) anzusehen, und nur zuweilen entsteht sie in-folge von schweren Kopfverletzungen und Hirnhautentzündung; auch derSchwachsinn ist oft als die Folge einer mangelhaften Entwickelung der
2 ) Zeitschrift für die Behandlung Schwachsinniger und Epileptiker. 1893.No. 2 und 3.
2 ) Arno Fuchs, Die Schwachsinnigen und die Organisation ihrer Entziehung.Evangel. Schulhlatt. 1897. V.