Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
721
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 721

Vereins" wurde 1891 durch v. Mundy errichtet, nachdem bereits 1881der erste ärztliche Lehrcursus in der ersten Hülfe stattgefunden, und1884 die Errichtung einer Rettungsabtheilung beschlossen war. IhreThätigkeit betrug im Jahre 1900 3188 Vorl'allenheiten mit 967 Aus-fahrten. Auch wurden 6mal fliegende Wachen errichtet. Seit 1891wurde bei 18487 Unfällen erste Hülfe geleistet, und wurden 6465 Trans-porte ausgeführt. Aus dem Berichte der Abtheilung geht hervor, dassdie freiwillige Turnerfeuerwehr in Prossnitz eine Rettungsabtheilungerrichtet hat, und dass ferner die Gründung einer Rettungsgesellschaftin Mähr.-Schönberg beabsichtigt wurde.

Eine freiwillige Rettungsgesellschaft mitganz hervorragenden Leistungenbesteht in Budapest. Sie wurde am 8. Mai 1887 errichtet und zwarzuerst klein beginnend. Wegen der Ausdehnung ihrer Thätigkeitgenügten ihre Anfangs benutzten Räume bald nicht mehr, und am 1. August1890 bezog die Gesellschaft ihr eigenes Heim. Die Baukosten wurdengrösstentheils von der Stadtverwaltung getragen, wofür die Gesellschaftals Anerkennung des Eigenthumsrechtes einen Silbergulden jährlich Pachtzu zahlen hat. In dem Gebäude, welches alle erforderlichen Räume fürerste Behandlung und Unterkunft von Verunglückten bietet, wird derDienst von Studirenden der Medicin abgehalten, welche vor einer Com-mission eine Prüfung abzulegen haben. Ihr Dienst ist freiwillig undunentgeltlich. Zwölf rigorosirende Mediciner, von welchen vier täglichDienst haben, sind in einem Theil der „Rettungskaserne" untergebracht.Eine grosse Zahl von Rettungs- und Krankenwagen ist in der Centrale vor-handen. Ansteckende Kranke werden nicht befördert. Ein Wagen stehtbespannt, stets zur sofortigen Ausfahrt bereit. Räderbahren, Tragen,Rüst- und Küchenwagen, Federsessel, Rettungs- und Verbandkästen sindvertreten. Zwei Aerzte führen die Aufsicht der Station. Es darf nur dieerste Hülfe geleistet, keine Nachbehandlung ausgeführt werden. Be-trunkene werden in einer besonderen Abtheilung der Station untergebracht.Für den Kriegsfall unterstützt die Gesellschaft die militärische Sanitäts-hülfe. Die Gesellschaft hat auch den Stromrettungsdienst organisirt undauf den Schifffahrtsstationen Rettungsstationen mit Rettungskahn, sonstigenRettungsgeräthen, Verbandzeug eingerichtet. Das dort beschäftigte Per-sonal ist in der ersten Hülfe ausgebildet. Ein besonderer Zeichendienstbesteht von der Ketten- und Margarethenbrücke für Anmeldung einesUnglücksfalles auf dem Strom.

Seit 1889 hat die freiwillige Feuerwehr in Graz eine Rettungs-abtheilung begründet, welche in Ausführung des in den Satzungen derFeuerwehr vorgesehenen Rettungsdienstes die erste Hülfe bei Unglücks-fällen aller Art, mit Ausnahme des Transportes von Kranken und an-steckenden Kranken, besorgt. Jede Hülfsleistung der Abtheilung istunentgeltlich. Die Abtheilung besteht aus den Feuerwehrärzten und;;Rettungsmännern", Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr, welche sichzu diesem Dienst freiwillig melden. Die Feuerwehrärzte bilden eineeigene Vereinigung mit dem Leiter an der Spitze, ferner sind Studirende ;

Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. ^£