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ohne Arzt und bespannten Wagen sein. Die Abfahrt zur Unfallstellegeht mit der Schnelligkeit der Feuerwehr vor sich. Sämmtliche Dienst-leistungen der Gesellschaft sind unentgeltlich, und allen Functionären iststrengstens untersagt, irgend welche Entlohnungen für Ausübung der Hülfeanzunehmen.
Der gesummte Dienstverkehr aller Beamten der Gesellschaft voll-zieht sich in militärischer Form.
Bemerkenswcrth ist die Einrichtung der Hospitanten. Es werdenje 60 bei der Universität eingeschriebene Hörer der Medicin, welchemindestens zwei Semester Chirurgie gehört haben, bei der Gesellschaftfür die Dauer je eines Jahres angenommen. Täglich haben vier, für dieNacht zwei Hospitanten Dienst. Sie tragen wie die Aerzte Kappe undArmbinde als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Gesellschaft und sindwährend des Dienstes den Aerzten untergeordnet. Sie können unterAufsicht der Aerzte arbeiten, dürfen aber niemals ohne Arzt zu einemUnfall ausfahren. Es begeben sich also zu jedem Unfall ein Arzt, einMediciner und zwei Sanitätsbeamte.
Vorhanden sind ausser den 14 Inspectionsärzten 12 Sanitätsdiener,6 Kutscher, 19 Pferde für die Wagenbespannung, ferner 30 Rettungs-und Krankenwagen, 150 Tragbahren, 16 Tragsessel, 16 Sanitätskästen,5 Gegengiftkästen, 7 Schienensäcke (in welchen die erforderlichenSchienen mitgeführt werden), 22 Sanitäts- und Verbandtaschen. Aufden Strassen sind mit einer Bedachung gegen die Unbilden der Witterung29 Tragbahren aufgestellt. Ferner sind 3 bewegliche Baracken zur Ver-fügung, sowie seit letzter Zeit der erwähnte Eisenbahn-Sanitäts-Ambulanz-waggon. Zur Krankenversorgung zur Zeit von Epidemien sind 100 Trag-betten, 100 Matratzen, 100 Kopfpolster vorgesehen, ferner 52 Gestelleauf den Bahnhöfen von Wien.
Die Gesellschaft hat drei Küchenwagen, die mit Kochkesseln ver-sehen zur Speisung grösserer Menschenmengen bei grossen Katastrophen(Ueberschwemmungen etc.) gebraucht werden, und dazu gehörigen Fourgeon.
Zur Beförderung Geisteskranker waren früher fahrbare Gummizellenin Coupeform vorhanden, die so auf den Wagenachsen aufgestellt waren,dass sie von hinten her bestiegen wurden. Ich habe stets gegen dieauffallende Form der Wagen für diese Kranken Bodenken geäussert undfreue mich festzustellen, dass jetzt diese Wagen nicht mehr benutztwerden.
Bis Ende 1895 erhielt die Gesellschaft von der Gemeinde Wien einejährliche Unterstützung von 5000 Gulden, die seit 1896 in Fortfall ge-kommen ist. Ferner erhält sie Subvention von der Regierung und vomNiederösterreichischen Landtag.
Die vortrefflichen Dienstordnungen für alle Zweige des weit ver- •breiteten Dienstes sind besonders zu rühmen. Es bestehen Vorschriftenzur Hülfsleistung bei Katastrophen, bei welchen die mit der Gesellschaftverbundenen freiwilligen 10 Feuerwehren mit 419 Mitgliedern, sowie die