Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
714
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714 G. Meyer,

f) Grossbritannien.

Wie bereits erwähnt, hat seit 1877 besonders die St. John's Ambu-lance Association in London und ganz England und den Colonien dieerste Hülfe organisirt. In London wirkt ausserdem die Hospital's Asso-ciation Ambulance und das Volunteer Medical Staff Corps. Die ge-sammten Einrichtungen und Thätigkeit dieser Körperschaften habe ichausführlich in meiner oben erwähnten Arbeit mit Abbildungen geschildertund verweise hier auf diese.

Die St. John's Ambulance Association hat nur drei Stationen inLondon. Es ist erstaunlich, dass die Riesenstadt mit ihrem Verkehr undindustriellen Betrieben mit so geringen Vorkehrungen für das Rettungs-wesen auskommt. Es hat dies allerdings zwei Gründe. Der von derGesellschaft ausgeübte Samariterdienst ist centralisirt und steht unterstreng ärztlicher Aufsicht. Ferner sind die meisten der zahlreichenHospitäler jederzeit zur Versorgung von Verunglückten geöffnet.

Die Gesellschaft ertheilt Unterricht an die Beamten der Polizei,Feuerwehr, Eisenbahn, an Arbeiter in Fabriken etc. Wie nothwendigdies besonders für Beamte der Eisenbahn ist, ergiebt sich daraus, dassim Jahre 1899 auf den Englischen Bahnen 1234 Personen getödtet und19 155 verletzt wurden.

Die Hauptstation in London besorgte im Jahre 1900 933 Kranken-transporte. Die Wache in St. Paul's Cathedral hatte 302 Fälle, 2898seit ihrem Bestehen, und die Wache in St. Clements' Danes 269 und749 seit ihrer Eröffnung.

Seit Begründung der Gesellschaft wurden im Ganzen 502 600 Diplomean Theilnehmer des Unterrichtes in erster Hülfe ausgestellt.

Gewaltig war der Verkauf von Material seitens der Centralstation,welcher nach allen Gegenden der Welt stattfindet. Es waren im letztenJahre 8 Krankenwagen, 50 Räderbahren, 641 andere Tragen u. s. w.

Im Jahre 1891 wurde die Life Saving Society in London begründet,mit dem Zwecke: technische Vorbildung in der Lebensrettung und Wieder-belebung Scheintodter zu verbreiten, die öffentliche Meinung zu Gunstender allgemeinen Aufnahme von Uebungen im Schwimmen und Lebens-,rettung als Unterrichtsgegenstand in Schulen, Universitäten etc. anzu-regen, zum Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen und ähnlichen Schwimm-künsten, welche für Rettungsversuche geeignet sind, anzuspornen, öffent-liche Vorlesungen, Vorführungen und Wettbewerbe einzurichten und Lehr-klassen zu bilden, um die Kenntniss der Schwimmkunst zu verbreiten.Auch diese Gesellschaft verleiht wie die anderen Abzeichen und Preisefür gelungene Lebensrettungen, und besonders auch noch Preise für vor-zügliche Leistungen im Schwimmen. Sie besitzt in verschiedenen Theilendes vereinigten Königreichs Zweigvereine.

In Liverpool bestehen in sechs Polizeistationen Rettungswachen,welche mit Pferden bespannte Wagen haben. Die Zahl der Ausfahrtendieser betrug 2056, von den Polizeimannschaften wurde in 671 Fällen