Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 713
francaise de sauvetage. Ja Societe de secours de l'Union velocipödique
de France etc. Sehr zahlreich sind in Frankreich Gesellschaften fürerste Hülfe, deren Mitglieder uniformirt sind und zum Theil zum Fran-zösischen Rothen Kreuz gehören. Eine der letzteren, die Societe desSauveteurs-Ambulanciers du Haut-Rhin, bezweckt nach ihren Satzungen:
1. ein Personal zu beschaffen, welche im Stande ist, Verletzten und Krankendie erste Versorgung vor Ankunft des Arztes zu gewähren; 2. Hülfsstationen in denGemeinden des Bezirks zu errichten, besonders in denjenigen, welche keine Apothekehaben; 3. fliegende Wachen bei öffentlichen Festen und bei, Epidemien herzustellen;4. ein ständiges Corps von Krankenträgern für den Kriegsfall sicherzustellen; 5. dieGrundzüge der Gesundheitspflege für das gewöhnliche Leben, bei Verletzungen undKrankheiten zu geben.
Die Gesellschaft hat eine grosse Reihe von Hülfsstationen in ihremLandbezirke errichtet. Sobald der Vorsitzende Kunde von einem Unfallerhält, benachrichtigt er die Aerzte der Gesellschaft, und sorgt, dass daserforderliche Material, Wagen, Verbandmittel u. s. w., an die Stelle ab-geht. Sehr ausgiebig beschäftigt sich die Gesellschaft mit der Rettung Er-trunkener, welche überhaupt bei den meisten derartigen Vereinigungenim Vordergrund des Interesses steht. Die Societe des Hospitaliers-Sauveteurs Bretons in Rennes, welche 1873 gegründet wurde, hat inihren Satzungen ausdrücklich als Zweck neben dem anderen Rettungs-werk auch die Errichtung und Unterhaltung von Hülfs- und Rettungs-stationen an der Meeresküste und im Landesinnern, am Ufer von Flüssen,Wasserläufen, Oanälen etc. vorgesehen.
Auf den Eisenbahnen sind in Frankreich vortreffliche Einrichtungenfür die erste Hülfe bei Verunglückungen vorbereitet. Die Ohemins deFer de Paris ä Lyon et ä la Mediterranee haben sehr sorgfältig ausge-arbeitete Dienstanweisungen für ihre Angestellten für solche Fälle er-lassen. Sie beginnt mit den Worten: „Appeler immediatement le Medecin".Hülfskästen sind auf den Stationen eingestellt, während Verbandkästenin jedem Zuge, welcher Reisende befördert, mitgeführt werden. Rettungs-wachen enthalten alles für den ersten Verband Erforderliche, Kranken-tragen sind auf den bedeutenderen Stationen eingestellt. Die Verband-kästen auf den Stationen sind mit Blechüberzug, die in den Zügenmit Leder versehen. Auf jedem Kasten findet sich die Aufschrift: „Keingeöffnetes Packet darf wieder benutzt werden".
e) Griechenland.
Unter Protection der Prinzessin Marie von Griechenland besteht seitkurzer Zeit ein Verband für erste Hülfe. Ferner hat die Polizei dieAufgabe, Verwundete und Kranke zu transportiren. Auf jedem grösserenBahnhofe sind die nothwendigsten Verband- und Transportmittel unterOberaufsicht der Eisenbahnleitung vorgesehen. An der Meeresküste sindRettungseinrichtungen in Phaleron, Piraeus, Corfu und Patras.