Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
712
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712 G. Meyer,

nach bereits am Tage vom Polizeibureau benachrichtigt, dass sie in derfolgenden Nacht Dienstbereitschaft haben. 1897 betrug die Inanspruch-nahme 11 837 Falle.

Mit diesem Nachtdienst beabsichtigte Graf Serrurier einen weiterenzu vereinigen, um eine vollständige Organisation des Rettungsdienstes zuschaffen. Die Französische GesellschaftSociete francaise de secours auxblesses" sollte an allen- öffentlichen Plätzen, in Theatern, Kirchen,Märkten, Apotheken, Gasthäusern Tragbahren aufstellen, deren Standortzugleich mit dem Namen der hülfsbereiten Aerzte jeder Polizist in seinemTaschenbuch verzeichnet haben sollte. Der Tod des Grafen Serruriervereitelte die Verwirklichung dieses Planes.

Ein noch zu erwähnender Vorschlag von Louis Gallet bestehtdarin, die Stadt Paris in verschiedene Abtheilungen, deren Grenzen nachder Entfernung der Krankenhäuser zu bestimmen sind, zu zerlegen. Insolchen Bezirken, in denen keine öffentlichen Krankenhäuser vorhanden,wären je nach ihrer Ausdehnung kleinere Spitäler (Maisons de promptsecours) mit einer ßettenzahl für 10, 20, 50 oder 100 Kranke zu er-richten, um von diesen aus bei Unglücksfällen Hülfe leisten zu können.

Zur Meldung von Unfällen sollen jetzt in Paris eigene Melder voneiner Privatgesellschaft aufgestellt werden, welche an ihrer Spitze eineLaterne enthalten. Der Schaft der Laterne ist durch einen Schlüssel zuöffnen, nachdem eine kleine Scheibe eingeschlagen ist. Mit der Oeffnungwird eine Glocke zum Tönen gebracht. Im Innern der Säule ist einezusammengelegte Trage untergebracht, an der Innenwand der Thür einVerbandkasten und über diesem der Fernsprecher zur Rettungswache vor-gesehen. Aehnliche Melder von der Gestalt der Anschlagsäulen, in welcheman zur Meldung des Unfalles hineingehen muss, sind bereits an anderenOrten (S. 633) vorhanden.

., In Nantes besorgt die Feuerwehr die erste Hülfe bei Unglücksfällen,-3 Feuerwehrmänner haben in der Hauptwache Dienst und einen be-spannten Krankenwagen zum gleichzeitigen Transport von 3 Kranken,2 Räderbahren und die erforderlichen Verbandgegenstände zu ihrer Ver-fügung. Auf Anruf durch Fernsprecher begeben sich die Mannschaftenan die gewünschte Stelle und bringen den Patienten nach der erstenVersorgung in seine Wohnung oder ins Krankenhaus. Die 5 Feuerwachensind mit Tragbahren und Medicamenten für erste Hülfe ausgerüstet. DiePolizeibeamten haben die Pflicht, sobald sie Kenntniss von einem Un-glücksfall erlangt haben, zur Hülfe zu eilen. Ertrunkene werden ineigenem Beförderungsmittel nach dem Schauhause gebracht. Durch-schnittlich leisten die Hülfsstationen jährlich in 400 Fällen Hülfe. Fürdie Leistung der ersten Hülfe seitens der Feuerwehrmänner sind be-sondere Anweisungen vorhanden.

Ausserdem beschäftigen sich zahlreiche Vereinigungen mit der erstenHülfe Verunglückter. Für Paris selbst kommen in Frage die Societedes sauveteurs du dernier Adieu, les Secouristes Francais, la Societe