Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 707
die betreffenden Acrzte gerufen. Am Ufer von Flüssen und des Meereshaben die Staatsärzte beziehungsweise die vorher genannten Hülfe zuleisten.
c) Dänemark.
Die in Kopenhagen vorhandenen Einrichtungen für den Rettungs-dienst sind bereits im Krankentransportwesen dargelegt. Die Stadt wirdauch unter denjenigen erwähnt, in welchen die Einrichtungen der Ham-burgischen Rettungsanstalten zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts vor-gesehen wurden.
d) Frankreich.
In Bordeaux wurde die erste Wache der „Societe des Ambulancesurbaines" am 15. November 1890 eröffnet. Die Gesellschaft bezweckt:
„1. Unentgeltlich so schnell als möglich Personen, welche auf der Strasse oderin Fabriken etc. verunglücken, ferner ertrinken oder ersticken oder auf der Strasseplötzlich erkranken, die erste Hülfe zu leisten.
Für diesen Zweck werden Rettungswachen mit ausgebildetem Personal für Tag-und Nachtdienst und mit allem erforderlichen Material und Medicamenten an ver-schiedenen Stellen von Bordeaux errichtet.
2. Unentgeltlich nach der Wohnung oder nach dem Krankenhaus Verletzte undKranke, welche erste Versorgung in den Rettungswachen erhalten haben und nichtgehen können, zu befördern.
3. Soviel als möglich unter Laien zweckentsprechende Kenntnisse in der erstenHülfe für Verunglückte und plötzlich Erkrankte zu verbreiten.
Zur Erreichung dieses Zweckes richtet die Gesellschaft in jedem Jahr eine be-stimmte Zahl von Cursen mit practischen Hebungen ein.
4. In den von Hospitälern am entferntesten gelegenen Rettungswachen Dispen-sarien zur unentgeltlichen Behandlung unbemittelter Kranker zu schaffen".
„Im Falle eines Krieges, bei Epidemien, bedeutenden Feuersfcrünsten oder öffent-lichen Nothständen stellt sich die Gesellschaft zur Verfügung der betreffenden Be-hörden."
In den Rettungswachen wurden bis Ende des Jahres 1897 34408 Ver-letzte versorgt, in der „Dispensaire Bacalan" 21 548 Arme unentgeltlichbehandelt, im Ganzen also 55956 Personen oder jährlich durchschnittlich6500 Patienten.
Die zweite Wache wurde am 15. October 1891, und bald daraufeine dritte Wache eröffnet. 22 Hülfsstellen wurden in den hauptsäch-lichsten Polizeiämtern und an zwei anderen Stellen,. ausgestattet mitVerbandkasten und Trage, errichtet und durch ein Schild bezeichnet.Die Beamten sind in der ersten Hülfe ausgebildet. Die Wachensind durch Fernsprecher unter einander und mit den anderen Rettungs-wachen durch das Hauptpolizeiamt verbunden. In 24 Apotheken,welche durch besondere Schilder kenntlich gemacht sind, wurden Trag-bahren untergebracht. Die Gesellschaft errichtete auch fliegende Wachen.Ferner wurden Unterrichtscurse an die Feuerwehr, Zollbeamte, geist-lichen Schüler ertheilt. In einer Wache wurden poliklinische Sprech-
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