Fürsorge auf dem Gebiete des llettungswesens. 699
vortrefflich ausgearbeitete Anweisungen für das Verhalten bei Massen-unfällen, bei welchen auch die freiwilligen Hültsmannschaften (Samariter)in Thätigkeit treten, welche auch sonst die ständigen und zeitweiligenSanitätswachen unterstützen. Mitglied einer freiwilligen Samariterab-theilung „kann jeder unbescholtene und körperlich rüstige Mann" werden,welcher das 18. Lebensjahr vollendet, einen Ausbildungscurs des Vereinsmit Erfolg besucht und das Gelöbniss als Samariter abgelegt hat". Auchdiese Mannschaften haben besondere. Dienstordnung.
Ausser den ständigen und zeitweiligen Wachen unterhält der VereinVerbandstationen auf dem städtischen Vieh- und Schlachthof und in derstädtischen Markthalle. Ferner hat er Rettungsringe, sowie sonstigeGeräthschaffen für Rettung Ertrinkender an den Flussläufen und in Bade-anstalten untergebracht. Der Verein ertheilt Unterricht in der erstenHülfe an die Polizei-, Feuerwehrmannschaften, Eisenbahnbeamten, inFach- und Fortbildungsschulen. Die Krankenkassen erhalten bei Berech-nung der Behandlung ihrer Mitglieder in plötzlichen Erkrankungen undUnfällen einen Rabatt.
Eine hervorragende Ausstattung hat die erste Sanitätswache desVereins am Nikolaikirchhof, bei welcher sich auch die Räume für Versamm-lungen, für den Unterricht, sowie die reichhaltigen Niederlagen von Mate-rial für die Wachen und die Zeugverwaltung befinden. Selbst ein Röntgen-apparat ist hier aufgestellt. Jede Wache ist mit erforderlichen Trans-portmitteln, Trag- und Räderbahren ausgerüstet, ferner besitzt der Vereineinen eigenen Wagen, für welchen die Feuerwehr die Bespannung undKutscher stellt (siehe den vorigen Artikel). Die Stadtgemeinde zahltdem Verein einen jährlichen Zusohuss von 25 000 Mk.
Die Thätigkeit des Vereins ist eine sehr bedeutende. Im Jahre1900 wurden in 14 Lehrkursen 219 Vorträge vor 319 Zuhörern von6 Aerzten ertheilt. Seit Bestehen des Vereins wurden 197 Curse mit3820 Uebungen und Vorträgen vor 5526 Personen beiderlei Geschlechtsabgehalten. Die Wachen hatten 31 dienstthuende Aerzte, 16 Beamteund 1 Samariterin. Erste Hülfe wurde in 8253 Fällen geleistet. Es.ist auch der Versuch gemacht, eine Abtheilung von Damen mit Diensttrachteinzurichten. Seit 1. Januar 1901 ist eine Samariterin fest, angestellt.Ferner hat der Verein einen Sanitätshund, mit welchem Uebungen ab-gehalten werden.
Die Hülfe der ständigen Wachen wurde im Jahre 1900 6974 malbeansprucht, 6561 Leistungen geschahen am Tage und 1413 während derNacht. Seit 1882 betrug die Zahl der Hülfsleistungen 81 460. Auf demstädtischen Vieh- und Schlachthof wurde in 688, in der Markthalle in57 Fällen erste Hülfe geleistet. Die ausgebildeten Samariter sendeten534 Zählkarten über erste Hülfsleistungen ein.
Iri ganz Sachsen ist, Dank der unermüdlichen Bestrebungen vonAssmus, das Samariter- und Rettungswesen in vortrefflicher Weise aus-gebildet. So besteht für das Königreich Sachsen ein besonderer Landes-Samariterverband als ein Theil des Deutschen Samariterbundes. Dass