Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
694
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694 G. Meyer,

k) Hannover.

Der Rettungsdienst wird im Wesentlichen von der Polizei gehand-habt, deren Mitglieder in der ersten Hülfe ausgebildet sind. Ereignetsich ein Unfall auf der Strasse, so kann der nächstbefindliche Schutz-mann zunächst selbst Nothhülfe leisten. Zu diesem Behufe sind dieBeamten mit kleinen ledernen Taschen ausgerüstet, welche ein Verband-päckchen, eine Instruction für Verhalten bei Unglücksfällen, sowie ineinem zweiten Büchelchen verschiedene für den Sanitätsdienst wichtigeAngaben enthalten, z. B. ein Verzeichniss von Aerzten, welche sich zurHülfe bereit erklärt haben, nach dem Alphabet der Strassennamen ge-ordnet, ein Verzeichniss von Krankenträgern nach gleichem Grundsatz auf-gestellt, Verzeichniss der Plätze, wo sich die Verbandkästen, die Kranken-fahrbahren, die Tragkörbe und die Rettungsringe für Ertrinkende befinden.Die Tasche enthält eine weisse Legitimationskarte für die Verabfolgungdes Rettungskastens, sowie eine 'rothe Karte für die Krankentrage. DerSchutzmann übergiebt die Karten an umstehende Personen und sendet siean die nächst gelegenen Stellen, wo die Kästen, beziehungsweise dieTragen sich befinden. Dort erhält der Ueberbringer den Gegenstandausgehändigt und begiebt sich schleunigst damit zur Unfallstelle zurück.Es erfolgt dann die Unterbringung des Verunglückten in seine Wohnungoder eins der Krankenhäuser, welche jetzt sich alle bereit erklärt haben,Verunglückten stets Aufnahme zu gewähren. Seit längerer Zeit wird beab-sichtigt, in Hannover eine Rettungsgesellschaft nach Berliner Muster unterärztlicher Führung zu schaffen. Leider ist die Absicht noch nicht ganzzur Ausführung gelangt.

In Linden bei Hannover ist ein vortrefflich organisirter Samariter-verein vorhanden, dessen Mitglieder bei den hier in den vielen Fabrikenzahlreich sich ereignenden Unfällen eingreifen.

Die Mitglieder des Vereins sind wie die des Leipziger Samariter-vereins uniformirfc.

1) Kiel.

Der Deutsche Samariterverein Kiel wurde oben (S. 576) erwähnt. Be-sondere Organisationen für erste Hülfe hat derselbe in Kiel nicht getroffen.Er versendet hauptsächlich Gegenstände, Wandtafeln, sowie Verbandkästenfür den Unterricht in der ersten Hülfe, letztere auch für den Gebrauch inFamilien, Werkstätten, und ertheilt Rathschläge auf bezügliche Anfragen.

Die in den Betriebswerkstätten der Kaiserlichen Marine vorhandenenEinrichtungen zur ersten Versorgung verunglückter Arbeiter werden ananderer Stelle des Handbuchs von Kleffel geschildert.

m) Köln.

Der im Jahre 1887 begründete Samariterverein hat 28 Samariter-stationen in öffentlichen Gebäuden, Apotheken, Droguerien eingerichtet.In einem Schrank befindet sich eine zusammengeklappte, gedeckte Trag-bahre, sowie erforderliche Verbandmittel.